Wetter im Landkreis Uelzen

Der Vorfrühling hält sich ein paar Tage

AZ-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski ist sicher: Das warme Frühlingswetter in Uelzen bleibt bis mindestens Donnerstag bestehen.
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Das Frühlingswetter bleibt vorerst, sagt AZ-Wettermann Reinhard Zakrzewski.

Uelzen/Landkreis - Sonnenbrille statt Winterjacke: So lautet das Motto auch für die kommenden Tage. Mit einem Temperatursprung von 35 bis 40 Grad hatte der Vorfrühling die arktische Kälte innerhalb von einer Woche ins Abseits gedrängt. Schnee und Eis sind damit aber noch nicht vom Tisch.

  • Warmes Wetter hält noch an.
  • Der Winter könnte im März zurückkehren.
  • Der Frühling könnte frisch werden.

Wurden am Wochenende 13./14. Februar zwischen Heide und Elbe noch minus 15 bis minus 21 Grad gemessen, können wir uns seit ein paar Tagen und mindestens bis Donnerstag – nach frischen Nächten – auf sonniges, trockenes und 16 bis 18 Grad warmes Vorfrühlingswetter freuen.

Warme Luft aus dem Süden

Ursache ist ein umfangreiches Tief über dem Nordostatlantik, das extrem warme Luft aus Spanien und Nordafrika nach Norddeutschland lenkt, wodurch sogar die bisherigen Februarrekorde ins Wanken geraten könnten. So können wir seit dem Wochenende bei einem schwachen bis mäßigen Wind um Süd auf Balkon und Terrasse schon mal an eine Tasse Kaffee oder die eine oder andere Grillwurst denken.

Grenzwetterlage Anfang März möglich

Aber Achtung: Schnee und Eis sind noch lange nicht vom Tisch. Einige Wettermodelle deuten in der ersten Märzwoche die Rückkehr des Polarexpress’ an. Dabei liegt auch eine neuerliche Grenzwetterlage quer über Norddeutschland mit intensiven Schneefällen im Bereich des Möglichen.

Heftige Wetterwechsel im Frühjahr sind nichts Ungewöhnliches. Man denke nur an den typischen „Märzwinter“, die frühsommerliche Wärme rund um den 20. April oder die berüchtigten Eisheiligen Mitte Mai. Im Februar sind extreme Gegensätze wie zur Monatsmitte allerdings sehr selten. Man muss schon bis ins Jahr 1966 zurückgehen, um auf einen vergleichbaren Temperaturanstieg von 35 Grad in sogar nur drei Tagen zu treffen.

Wetterkapriolen dieser Art beziehen ihre Energie aus enormen Temperaturgegensätzen zwischen dem Polargebiet und den Subtropen. Diese sind im Frühjahr am größten, weil die Kaltluftproduktion in der Arktis erst am Ende der Polarnacht, also im März, ihren Höhepunkt erreicht. Gleichzeitig hat sich die Luft über Afrika schon deutlich erwärmt. Bei nord-/südlichen Wetterlagen können die extrem temperierten Luftmassen über Mitteleuropa direkt aufeinanderprallen und im Bereich scharfer Fronten heftige Unwetter und Temperaturumschwünge auslösen.

Insgesamt ein eher frischer Frühling

Und wie geht es mit dem Frühjahr weiter? Blickt man auf die langfristigen Trends der führenden internationalen Klimamodelle, wird einem nicht gerade warm ums Herz. Das Modell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA prognostiziert nur verhaltene Frühjahrswärme. Das gilt vor allem für den März, der wohl noch ein spätwinterliches Erbe aus Osten abzuarbeiten hat. Auch April und Mai könnten in Norddeutschland frischer ausfallen als uns lieb ist, allerdings bei recht viel Sonnenschein. Das Europäische Zentrum für Mittelfristvorhersage in England ist hinsichtlich der Wärme optimistischer. Über beiden Modellen schwebt allerdings die Trockenheit, die wahrscheinlich auch in diesem Frühjahr das bestimmende Thema sein wird.

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