Freiwilligendienste sind ein Gewinn für alle

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Nicole Bracht-Bendt

Die christlich-liberale Koalition hat mit dem Verzicht auf den Zivildienst eine der größten Reformen in Sachen Engagement-Politik ins Rollen gebracht. Ohne Zweifel sind die Zivildienstleistenden eine Bereicherung für die Gesellschaft.

Von Nicole Bracht-Bendt - Deswegen muss der Wegfall des Zivildienstes aufgefangen werden. Anders als bisher setzen wir allerdings auf freiwilliges Engagement statt auf einen Zwangsdienst. Dass junge Menschen, und zwar Männer wie Frauen, bereit sind, sich freiwillig zu engagieren, zeigt uns die große Nachfrage bei Jugendfreiwilligendiensten wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr(FÖJ) und weiteren Formen wie den Auslandsfreiwilligendiensten oder dem FSJ Sport und Kultur. Auf einen Freiwilligendienstplatz fielen im Schnitt fast drei Bewerbungen. Das ist sehr erfreulich. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass der neue Freiwilligendienst zum 1. Juli 2011 eingeführt wird. Gleichzeitig vereinfachen wir die bisher unübersichtliche Fördersystematik und fördern den Zugang für neue Zielgruppen – damit werden alle wesentlichen Forderungen der FDP zur Stärkung der Freiwilligendienste umgesetzt. Es wird also künftig zwei Säulen geben – Doppelstrukturen aber vermieden werden. Statt 72 Euro monatlich für das Freiwillige Soziale Jahr beispielsweise fördert der Bund künftig jeden Freiwilligendienstplatz mit 200 Euro pro Monat plus Unterkunft, Verpflegung und Sozialversicherung. Wird ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund oder jemand mit besonderem pädagogischen Förderbedarf eingestellt, erhalten die Träger eine Sonderförderung von zusätzlich 50 Euro pro Monat. Die neuen Freiwilligendienste sind eine Chance, von der alle profitieren. Mehr denn je ist unsere Gesellschaft auf das freiwillige Engagement von Menschen angewiesen, um die Herausforderungen der alternden Gesellschaft – und damit verbundenen Zunahme von Pflegebedürftigen – zu meistern. Zum andern sind die neuen Freiwilligendienste eine Bereicherung auch für unsere Kommunen. Gerade ältere Menschen spricht Familienministerin Schröder an. Mit dem staatlich finanzierten Freiwilligenmodell können sie sich für die Gesellschaft engagieren - und sich dabei selber Gutes tun. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass ein kommunaler Kindergarten ein guter Einsatzort für ältere Frauen und Männer ist. Vorlesen, werken, basteln oder singen – davon profitieren nicht nur Kinder enorm. Mit dieser freiwilligen Herausforderung kann sich der Rentner gleichzeitig seine Rente aufstocken.

Nicole Bracht-Bendt aus Buchholz ist die für Uelzen zuständige Bundestagsabgeordnete der FDP.

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