Simone Stolzenbach zieht nächstes Jahr in den Harz – für einen ganz persönlichen Neuanfang

Die Frau mit den zwei Huskys geht

Am liebsten immer in Frauchens Nähe: Simone Stolzenbach und ihre neunjährige Husky-Hündin Ronja im Wohnzimmer ihres Noch-Zuhauses in Oetzen. Foto: Tenbrink

Oetzen. Bankangestellte, Geschäftsführerin, Ratsfrau in Oetzen sowie der Samtgemeinde Rosche, Mitglied in verschiedenen Ausschüssen, nicht zu vergessen: Mutter und Frauchen – im Alltag von Simone Stolzenbach kommt keine Langeweile auf.

Im kommenden Jahr wird sie sich nach und nach aus der Kommunalpolitik zurückziehen und ihrem jetzigen Zuhause den Rücken kehren. Stolzenbach zieht in den Harz und startet einen persönlichen Neuanfang.

Vor 20 Jahren hat es die gebürtige Eisenhüttenstädterin in den Landkreis Uelzen verschlagen. „Recht spontan und eher zufällig“, wie sie sagt, denn Stolzenbach ist einfach einer damaligen Freundin gefolgt. Zunächst arbeitete die landwirtschaftliche Kauffrau bei einer Krankenkasse, inzwischen ist sie halbtags bei einer Bank angestellt. Außerdem führt sie die Geschäfte für den Uelzener Kreisverband der Grünen. Noch bis Ende Januar ist sie dort eingespannt, ihre Mandate in den Oetzener Gremien und denen der Samtgemeinde legt sie bereits zum Jahresende nieder. Elke Marks wird ihre Nachfolgerin in Oetzens Rat sowie dem Bau- und Umweltausschuss, Heinrich Honnef nimmt ihren Platz in Rat, Bau- und Umweltausschuss sowie Schulausschuss der Samtgemeinde Rosche ein.

Auslöser für die Entscheidung, ihre Zelte nun abzubrechen und woanders aufzuschlagen, war der Tod ihres Mannes Wolfgang. Im Mai erlag er einem Krebsleiden. „Eigentlich war es ein gemeinsamer Traum von uns, irgendwann einmal im Harz zu wohnen“, sagt Stolzenbach. Nun hält sie die Zeit für gekommen. Es wird mehr als nur ein Ortswechsel für die 47-Jährige: „Ich nutze den Neuanfang auch, um andere Prioritäten zu setzen“, sagt sie, „die Kinder haben nun absoluten Vorrang, ich muss Zeit für sie haben.“ Wie wichtig es ist, die gemeinsame Zeit zu schätzen und zu nutzen, habe die Familie auch durch ihren Verlust noch einmal deutlich vor Augen geführt bekommen. In Ruhe möchte Stolzenbach den Neubeginn in der Fremde daher angehen lassen. „Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben“, zitiert sie eine indianische Weisheit. Auch Erinnerungen werden sie einholen, wenn sie für den Umzug die Sachen ihres Mannes packt, das gemeinsam geplante und bewohnte Haus verlässt. Aber auch die Vorweihnachtszeit bietet viele Anlässe, zurückzuschauen – etwa auf den Hochzeitstag: „Wir haben am 23. Dezember 1999 geheiratet“, erzählt Stolzenbach mit einem Lächeln, „eigentlich sollte es der 24. sein, aber da hat der Standesbeamte nicht mitgespielt.“

Wo genau ihr neues Zuhause sein wird, steht noch gar nicht fest. Die Harz-Region soll es sein, die sie aus gemeinsamen Tagesausflügen mit ihrem Mann kennt und die sie fasziniert. Auf die Besichtigungstermine käme es dann an, „ob man sich direkt wohl fühlt – es muss einfach passen“. Für die Nähe zu Göttingen spricht beispielsweise der Schulstandort im Hinblick auf zwei ihrer Kinder, außerdem die nahe gelegene Plesseburg. Doch auch in Einbeck zu wohnen, könne sie sich vorstellen. „Viel Wald zum Spazierengehen“, nennt Stolzenbach ein weiteres Kriterium. Mit ihren beiden Huskys Ronja und Fenja ist sie täglich drei bis vier Stunden an der frischen Luft. „Manche kennen mich fast nur zusammen mit den Hunden“, erzählt sie, „für die bin ich die Frau mit den zwei Huskys.“

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