Die Fragen der Uelzener

Das Podium: Holger Manthey von der Regierungsvertretung, Annette Padberg und Heiko Lange von der Landesbehörde für Straßenbau, Landrat Dr. Theodor Elster.

Von Thomas MitzlaffBad Bodenteich. "Was bekommen die betroffenen Landwirte denn für ihre Grundstücke?" Es ist schlagartig mucksmäuschenstill gestern Abend Punkt 21.28 Uhr im Bad Bodenteicher Schützenhaus, als ein Zuhörer die Frage stellt, über die wohl schon viele der Versammelten nachgedacht haben. Doch die Antwort von Annette Padberg, Projektleiterin für die Planung der A 39, kann die Neugier nicht stillen. "Das wird erst im Planfeststellungsverfahren entschieden, ich kann Ihnen da keine Zahl nennen", antwortete die stellvertretende Leiterin der Landesbehörde für Straßenbau.

Es ist ein Projekt, dass die Menschen der Region wohl noch viele Jahre oder sogar Jahrzehnte beschäftigen wird – die rund 100 Kilometer lange, geschätzte 608 Millionen Euro teure Autobahn 39 von Lüneburg nach Wolfsburg, die quer durch den Landkreis Uelzen führt. Und nachdem die Planer nun eine Vorzugstrasse vorgestellt hatten, wollte der Landkreis Uelzen seine Bürger aus erster Hand informieren. Ein Angebot, das ankam: Mehr als 700 Menschen strömten gestern Abend in das Bad Bodenteicher Schützenhaus. Landrat Dr. Theodor Elster hatte es nicht leicht mit der Moderation angesichts der vielen Fragen und auch Emotionen, die mit dem Thema A39 verbunden sind. Doch er unterband langatmige Statements von Bürgerinitiativen konsequent, ließ nur zwei Fragen pro Zuhörer zu.

Und so erfuhren die Versammelten, dass man keinesfalls wie behauptet mit alten Unterlagen geplant habe, betonte Annette Padberg. Dass in einem Plan zum Beispiel die Uelzener Ortsumgehung nicht eingezeichnet sei, ist

ein reines Darstellungsproblem."

Da erklärte Dr. Holger Manthey von der Regierungsvertretung, dass als Einwände gegen die Autobahn nicht die Kosten genannt werden könnten: "Der Bundestag hat beschlossen, dass er dieses Geld für diese Straße ausgeben will." Und Manthey machte den Bad Bodenteichern Hoffnung, "dass die Seewiesen ja vielleicht doch nicht von der Trasse durchschnitten werden".

Und die Landwirte erfuhren, dass konkrete Belange erst im Planfeststellungsverfahren, das sich dem derzeitigen Raumordnungsverfahren anschließt, anmelden können, so Padberg.

Erschienen: 25.04.2006: AZ / 96 / Seite:3

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