Meine Woche in Berlin

Fracking muss verboten werden!

Seit einigen Jahren kann die Öl- und Gasindustrie kilometerweit horizontal bohren und mit einem Druck von bis zu 1500 Bar Gestein aufsprengen. So wird jetzt weltweit im festen Gestein gebundenes Erdgas gefördert. Viel Wasser, Sand, Öl, Diesel und hunderte Kilogramm giftige Chemikalien werden je Bohrung in den Boden gepresst.

Das gefährdet unser Trinkwasser. Doch nicht nur Chemikalien, Methan und hochgiftige Abwässer sind das Problem. Auch die Erdbeben nehmen zu. So zuletzt im Kreis Verden am 22. November 2012. Fracking – das bedeutet enorme Profite für die Gaskonzerne und enorme Umweltbelastungen für die Allgemeinheit. Als ich im Oktober 2010 begann, über eine Bohrung in der Nähe meines Wohnortes zu recherchieren, ahnte ich nicht, wie sehr mich das Thema noch beschäftigen würde. Neu im Bundestag, wurde Fracking ein Schwerpunkt meiner Arbeit: in Fachgesprächen, auf Reisen, in Veranstaltungen, Anfragen, Anträgen und Reden. Betroffene Kommunen sprechen sich gegen Fracking aus, Initiativen werden gegründet. Das ist wichtig, ja entscheidend. Von dem Druck, den direkt Betroffene aufbauen, wird abhängen, ob es gelingt, diese unverantwortliche Förderpraxis zu stoppen. Denn Fracking ist zu gefährlich. Sollen wir etwa wie in manchen Orten in den USA künftig unser Trinkwasser nur noch in Flaschen kaufen und Obst und Gemüse aus Hausgärten entsorgen? Bundes- und Landesregierung können die Proteste nicht mehr völlig ignorieren. Seit eineinhalb Jahren kündigen CDU/CSU und FDP eigene Vorschläge zur Regelung von Fracking an. Geliefert haben sie nicht. Die Linke hatte bereits im Frühjahr 2011 ein Fracking-Verbot beantragt, das abgelehnt wurde. Bei der Abstimmung im Bundestag über Anträge von Linken, Grünen und SPD am 12. Dezember 2012 stimmten nur zwei Koalitionsabgeordnete gegen Fracking. In der EU, im Bundestag und im Landtag kämpfen wir für ein Verbot des Fracking. Weder Umweltverträglichkeitsprüfungen, so sinnvoll sie auch sind, noch ein Moratorium bieten ausreichend Schutz. Das werde ich mit dem Landtagsabgeordneten Kurt Herzog, der Europaabgeordneten Sabine Wils und der Umweltexpertin Kerstin Rudek auf der Veranstaltung in Schnega morgen um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus vertreten. Statt mehr Gas brauchen wir Energieeffizienz und den sozial-ökologischen Umbau weg von konventionellen Energieträgern hin zu mehr dezentraler Energieversorgung.

Johanna Voß ist Bundestagsabgeordnete für die Fraktion Die Linke und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie.

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