Forderung an den Bund: Mautgeld für A 39-Bau

mr Uelzen / Altmark. Die Uelzener CDU-Kreistagsfraktion will über den niedersächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Otte Druck für die Finanzierung der A39 erzeugen: "Setze Dich in Absprache mit der CDU-Landtagsfraktion gezielt dafür ein, dass in den Bundeshaushalten der Zukunft mehr Finanzmittel für Verkehrsprojekte bereit gestellt werden", schreibt Fraktionschef Claus-Dieter Reese an den Wahlkreis-Abgeordneten.In dem Brief, mit dem Reese auch die Unterstützung der Uelzener CDU-Kreistagspolitiker für eine erneute Kandidatur Ottes signalisiert, hat der Christdemokrat auch eine konkrete Initiative formuliert: "Es muss eine Zweckbindung der Mauteinnahmen erreicht werden", fordert er von der Bundespolitik und kritisiert, dass es diese entgegen einstiger Ankündigungen derzeit nicht gebe.

Für die Verkehrsprojekte im norddeutschen Raum sei dies aber "von großer Wichtigkeit". Nur dann könne der "für uns so dringend notwendige Ausbau der A39 einschließlich der Querspange B190n zügig umgesetzt" werden.In der Planungsphase holt derzeit die A 22 gegenüber der A39 auf. Die in Oldenburg erscheinende Nordwest-Zeitung zitiert Niedersachsens Landeswirtschaftsminister Walter Hirche (FDP), wonach der Bau der Küstenautobahn 2013 beginnen könne.Das ruft den Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die A39 auf den Plan: "Es wird nun selbst für unentwegte A-39-Befürworter sehr schwer werden, die Augen zu verschließen vor der Tatsache, dass die A39 hinter der A22 zurückstehen wird und dass jetzt die A39 den Platz im Bundesverkehrswegeplan wieder frei machen muss für regionaldienliche, realistische und finanzierbare Projekte", reagierte ihr Sprecher Eckehard Niemann.Hirches Sprecher Christian Haegele relativierte die Schlagzeile der Nordwest-Zeitung. "Ab 2014 wird mit dem Bau der A22 begonnen werden können." Sein Haus plane, dass für die A22 Baurecht bis Ende 2013 geschaffen wird, bei der A39 rechnet das Ministerium hingegen für den ersten Abschnitt schon bis Mitte 2013. "Wir sehen den Neubau der A22 und der A39 von Wolfsburg bis Lüneburg gleichermaßen als besonders prioritäre Projekte zur Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Niedersachsen an", kündigte Haegele der AZ an, dass das Land beim Bund für Finanzierung beider Projekte kämpfen werde.Unterdessen erwägt das Land Sachsen-Anhalt, den Lückenschluss der A14 abzuspecken. Bei Magdeburg sollen elf Kilometer über eine vierspurige Bundesstraße geführt werden. Das Land hofft damit, die Finanzierung nach der Kostenexplosion von mehr als einer halben Milliarde Euro auffangen zu können.

HINTERGRUND

Die sieben Abschnitte der A 39

Das Baukonzept für die A 39 will das Land Niedersachsen nach Abschluss der in Kürze erwarteten Linienbestimmung durch den Bund erstellen. Erst danach kann, so das Wirtschaftsministerium, eine Aussage getroffen werden, in welcher Reihenfolge die Entwurfsplanungen vorgenommen werden.

• Lüneburg-Nord (L 216) – östlich Lüneburg (B 216),Länge rund 8 km• östlich Lüneburg (B 216) – L 253 (Bad Bevensen),Länge rund 20 km•L 253 (Bad Bevensen) – B 71 (Uelzen-Ost),Länge rund 16 km•B 71 (Uelzen-Ost) – L 265 (Bad Bodenteich),Länge rund 13 km•L 265 (Bad Bodenteich) – B 244 (Wittingen),Länge rund 15 km•B244 (Wittingen) – L 289 (Ehra),Länge rund 20 km•L289 (Ehra) – B188 (Weyhausen),Länge rund 13 km

Erschienen: 30.08.2008: saw / az / Seite:2

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