Rat fordert Ausbau der Bundesstraßen

Von Ines BräutigamAltenmedingen. "Dem Wunsch einer verkehrsmäßig besseren Erschließung unserer Region kann auch ohne den Bau der BAB 39 durch das Gemeindegebiet entsprochen werden, wenn man sich auf den Ausbau der vorhandenen Bundesstraßen mit entsprechenden Ortsumgehungen konzentriert." Zu diesem Fazit kommen die Mitglieder des Altenmedinger Gemeinderates in ihrer Stellungnahme zum Bau der geplanten Autobahn 39. In ihrer jüngsten Ratssitzung trafen die Ratsleute den Beschluss nach einer kurzen und sachlichen Diskussion mit den Bürgern einstimmig.

Mit seiner Stellungnahme bezieht sich der Rat auch auf eine Resolution vom 8. Juli 2003, in der er sich ebenfalls einstimmig gegen den Bau der A39 durch das Gemeindegebiet ausgesprochen hatte. "Wir fordern deshalb einen verträglichen Ausbau der Bundesstraßen mit Ortsumgehungen im Landkreis Uelzen", heißt es in der Stellungnahme.

Als Hauptgrund hierfür wird ein erhöhtes Verkehrsaufkommen genannt, das die Region nicht verkraften könne. "Die Ortschaften können den Schwerlastverkehr nicht aufnehmen", heißt es, "die Ortsdurchfahrten sind sehr kurvenreich, die Straßenführungen – nach teilweisen Rückbauten – sehr eng." Ortsumgehungen wären demnach erforderlich.

Zwar sprechen sich die Altenmedinger nicht – wie die Bevenser – gegen die Anschlussstelle zwischen Altenmedingen und Secklendorf aus. Sie warnen aber vor einer Verkehrsbelastung für die Gemeinde, die diese geplante Anschlussstelle mit sich bringen würde. Auch die Lärmbelastung und das Zerschneiden von Wander-, Reit- und Radwegen in der Region Altenmedingen/Bad Bevensen sowie die Gefährdung von schützenswerten Biotopen, in denen Tiere wie Kraniche, Feuersalamander oder Rotbauchunken leben, führt der Rat als Argumente gegen den Bau der A39 an. Nicht zuletzt wird eine starke Beeinträchtigung des Tourismus befürchtet. Die Gemeinde Altenmedingen hat nach Bad Bevensen den höchsten Übernachtungsanteil von Gästen im Landkreis Uelzen.

Erschienen: 08.06.2006: AZ / 131 / Seite:6

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