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An Unfallstellen in Ripdorf und Wellendorf werden Baken zur Seite geräumt

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Von: Lars Becker

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Polizei sichert Unfall auf B4
Wenn die Polizei eine Unfallstelle – wie hier auf der B4 in Uelzen – absichert, dann hat das auch seinen Grund. Wer den Weisungen der Beamten nicht folgt, muss mindestens mit einem „Owi-Verfahren“ rechnen. © Philipp Schulze

Mehrere Verkehrsteilnehmer haben sich an Unfallstellen im Landkreis rücksichtslos verhalten. Absperrmaßnahmen und Umleitungen wurden ignoriert, Helfer behindert und Anweisungen missachtet. Das hat nun ein Nachspiel.

Uelzen/Landkreis – Innerhalb von nur drei Tagen haben sich Polizeibeamte bei der Aufnahme von Unfällen in Uelzen-Ripdorf sowie zwischen Wellendorf und Schlickau massiv über das Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer geärgert, die Absperrmaßnahmen und Umleitungen offenbar nicht akzeptieren wollten. „Es wurden Weisungen missachtet. Man ist sogar am Streifenwagen vorbeigefahren und hat Absperrungen der Straßenmeisterei zur Seite geräumt. Deshalb haben wir vereinzelt auch Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet“, bestätigte Polizeisprecher Kai Richter gestern der AZ.

Es handele sich bei diesen Personen zweifelsohne um „einzelne schwarze Schafe“, die bisweilen auch noch völlig uneinsichtig gewesen seien, als sie zur Rede gestellt wurden, so Richter. „Die hatten in der Wahrnehmung der Kollegen vor Ort wenig bis kein Verständnis dafür, dass sie nicht wie gewohnt von A nach B kommen konnten, und waren sich gar keiner Schuld bewusst.“ Gegen sie wird jetzt wegen des Missachtens von Weisungen von Polizeibeamten ermittelt. Wenn Schilder beseitigt würden, könne das auch strafrechtliche Folgen wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr haben.

Die Uelzener Polizeikommissarin Jasmin Ritz, die regelmäßig über Einsatzszenarien auf der Social-Media-Plattform Instagram berichtet, hatte vorigen Mittwoch nach einem Auffahrunfall in Ripdorf veröffentlicht, dass sich Autofahrer während der nur kurzen, etwa 30-minütigen Sperrung rücksichtslos verhalten und den Einsatz der Rettungskräfte auf der Kreisstraße 3 behindert hätten. Sie hatte betont, dass Absperrmaßnahmen getroffen würden, wenn ansonsten eine Gefahr für die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst bestünde oder wenn etwa Betriebsstoffe oder Unfalltrümmer auf der Straße lägen.

Am Freitag in Wellendorf war die Straße rund drei Stunden lang bis gegen 16 Uhr gesperrt, was vor allem der Unfallaufnahme mit Vermessungsarbeiten und fotografischer Erfassung der Unfallstelle geschuldet war. Wäre dafür etwa die Drohne aus Harburg notwendig gewesen, hätte es länger gedauert.

„Wir versuchen immer, unsere Maßnahmen mit Augenmaß durchzuführen. Aber es dürfen sich keine gefährlichen Situationen durch das Verhalten Einzelner ergeben“, so Kai Richter. „Das Leben beschleunigt gefühlt immer mehr – das spiegelt sich auch im Verkehr wider, wenngleich es so etwas sicher auch schon vor 20 Jahren gab. Wir appellieren, Zeit einzuplanen und gegenseitig Rücksichtnahme walten zu lassen. Oft hilft der Perspektivwechsel: Weshalb steht ein Beamter dort? Braucht da jemand Hilfe? Wir haben Verständnis für die Leute, aber gerade an Unfallstellen oder bei Versammlungen nicht, wenn massiv Weisungen missachtet werden“, stellt Richter klar und erinnert an die jüngsten Fahrraddemos entlang der B4, als Autofahrer teilweise auch überholen wollten, obwohl die Polizei den Tross begleitete.

Richter wirbt zugleich um Verständnis dafür, dass Beamte vor Ort nicht allen Verkehrsteilnehmern im Detail erklären könnten, warum eine Absperrung oder Umleitung eingerichtet worden sei. „Die ersteintreffenden Beamten werden zunächst am Einsatzort gebraucht.“ In der Lüneburger Innenstadt sei ein Autofahrer einem Beamten über den Fuß gefahren, im Kreis Uelzen gab es solche Vorfälle zum Glück nicht.

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