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Existenzangst durch Wölfe: Weidetierhalter demonstrieren vor dem Rathaus

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Von: Lars Becker

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Drei Schafe, zwei Rinder und ein Pferd, die vor dem Uelzener Rathaus zum beliebten Fotomotiv avancierten, standen am Freitag bei der Demonstration symbolisch für alle Weidetiere, deren Halter die Politik zum entschlossenen Handeln aufforderten.
Drei Schafe, zwei Rinder und ein Pferd, die vor dem Uelzener Rathaus zum beliebten Fotomotiv avancierten, standen am Freitag bei der Demonstration symbolisch für alle Weidetiere, deren Halter die Politik zum entschlossenen Handeln aufforderten. © Lars Becker

„Wenn die Tiere auf ihren ländlichen Weiden nicht mehr sicher sind, dann bringen wir sie eben in die Stadt“: Unter diesem Motto hat die Bürgerinitiative (BI) für wolfsfreie Dörfer Nord-Ost-Heide am Freitag auf dem Herzogenplatz in Uelzen eine Demonstration gegen die unkontrollierte Wolfsvermehrung und für ein aktives Wolfsmanagement veranstaltet. 

Uelzen – Schafe, Rinder und Pferde vor dem Rathaus: Die Bürgerinitiative (BI) für wolfsfreie Dörfer Nord-Ost-Heide hat sich am Freitagvormittag auf dem Herzogenplatz gemeinsam mit Weidetierhaltern an einer bundesweiten Protestaktion beteiligt.

Dabei sollte an prominenter Stelle ins Bewusstsein der Passanten gerückt werden, dass Weidetiere durch den wachsenden Wolfsbestand großen Gefahren ausgesetzt sind. Zugleich wurde vor allem Kritik an der Bundespolitik laut.

„Auch Angriffe auf Pferde und Rinder keine Seltenheit mehr“

„2021 sind im Landkreis Uelzen weit über 100 Schafe und Ziegen durch Wölfe gerissen worden, aber auch Angriffe auf Pferde und Rinder sind keine Seltenheit mehr. Mit höheren Zäunen, Kameras, Untergrabschutz, mehr Strom und Nachtwachen haben Weidetierhalter viel unternommen, das ist kein Leben für sie. Sie sollen am Tag für ihre Tiere da sein und diese nicht nachts bewachen müssen“, betonte BI-Sprecher Günther Winkelmann, Landwirt aus Dreilingen.

Besonders dramatisch waren die Schilderungen von Schäfer Matthias Müller aus Bargfeld im Landkreis Celle. Er hat seine 250 Tiere umfassende Heidschnucken-Herde inzwischen in die Gegend von Wilhelmshaven verkauft und diesen Teilbereich aufgegeben. „Ich habe in fünf Jahren 27 Risse und 165 tote Schafe gehabt. Das sind Bilder, die einen verfolgen“, so Müller: „Bei mir war das Ende der psychischen Fahnenstange erreicht.“

Vertreter aus der Politik versprechen Unterstützung

Für die Politik betonten Kristina Nenke (SPD) als stellvertretende Bürgermeisterin, Léonard Hyfing (FDP) für die Kreispolitik und der Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer (CDU), die Sorgen der Weidetierhalter ernst zu nehmen.

„Wir brauchen gerade jetzt die Politik“, betonte auch Volker Hinrichs für den Kreisreiterverband Uelzen. Einig waren sich alle Redner darin, dass nicht der Wolf selbst das Problem sei, sondern dessen steigende Population. Die gelte es zu regulieren.

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