Ewigkeitssonntag

Von Hermann Charbonnier - Wenn ich unseren Konfirmanden den Ewigkeitssonntag erkläre, fange ich bei Ostern an. Was tun wir da eigentlich? Und viele finden noch die Antwort: Wir denken an Jesus, wie er auferstanden ist.

Und am Ewigkeitssonntag? Hier wird es schwieriger. Wir denken an unsere Toten, erschüttert und traurig oder wehmütig und wohl auch dankbar. Aber sie sind ja nicht nur tot, sie sind nicht nur beerdigt, der Erde wieder gegeben. Sie sind auch bei Jesus, in seiner Ewigkeit. Darum können wir am Ewigkeitssonntag auch daran denken, dass wir einmal auferstehen werden, genau wie Jesus. Kann das, was wir einmal als Kinder gelernt haben, uns helfen, wenn es ans Sterben geht? Wenn gerade jemand in unserer Nähe gestorben ist? Das ist ja eine der größten Herausforderungen, die wir zu bestehen haben. Für die Sterbenden selber und für die Angehörigen. Da brauchen wir allen Mut und alle Kraft, die wir finden können, um mit dieser Lage zurecht zu kommen. Aber wir erleben dann auch, dass wir uns gegenseitig helfen können, unsere Gedanken zu klären, die mit so vielen Dingen gleichzeitig beschäftigt sind, unsere Gefühle wieder ins Lot zu bringen. Damit wir wieder zu uns kommen, das Le- ben wieder spüren, und unseren Frieden wieder finden. Auch für alle, die von Berufs wegen Sterbende und Angehörige begleiten, ist es nicht einfach. Aber weil Jesus von den Toten auferstanden ist, wie wir das zu Ostern feiern, darum ist auch unser Tod nicht nur Ende und Abschied, sondern die Hoffnung, die feste Zuversicht: Wir werden auferstehen. Mein ständiges Gebet im Angesicht des Todes und mein letztes stilles Gebet am offenen Grab ist seit langer Zeit: Auf Wiedersehen in der Ewigkeit. Das hilft mir, wenn ich Gemeindeglieder beerdige und Hilfe geben möchte. Das hilft mir auch, wenn ich Angehörige hergeben muss und selber Hilfe brauche. Hermann Charbonnier ist Pastor in Holdenstedt.

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