Das Ende der Stille

Manfred Michel

Von Ulrich Bleuel Bad Bodenteich. Lärm ist der hörbare Müll unserer Zivilisation. Dem Stardirigenten Herbert von Karajan werden diese Worte zugeschrieben. Es gibt vielerlei Lärm, aber es gibt nur eine Stille. Und mit dieser wird es vorbei sein, wenn die geplante A39 erst einmal durch die Seewiesen bei Bad Bodenteich führt. So der Tenor eines Vortrages des Gifhorner Diplom-Ingenieurs Manfred Michel, der die Auswirkungen in der Landschaft durch eine Autobahn beschrieb. Unterstützt wurde er dabei von Eva Gresky aus Langenbrügge.

Stille sei eine Kostbarkeit für gestresste Menschen. Wo Autobahnen sind, ist mehr Verkehr, ist mehr Lärm. Der Lärmkorridor einer Autobahn ist fünf Kilometer breit und kann hier schon krank machend sein. Manfred Michel geht weiter: Ein Umdenken in der Verkehrspolitik sei überfällig und müsse zwangsläufig kommen. Eine lokale Herausforderung ist dabei auch der globale Klimawandel und das Zurückgehen der Ölreserven. Investiert werden müsse in eine krisensichere und umweltfreundliche Mobilität. Die A39 würde in der Fleckengemeinde ein kostbares Gut zerstören, nämlich eine ökologisch intakte Natur mit alten gewachsenen Dörfern, eine Landschaft mit attraktiver Atmosphäre. Eine unverbrauchte Landschaft ohne Autobahn hingegen könnte den Tourismus anziehen, wenn Billig-Fernreisen in Zukunft nicht mehr kostengünstig zu haben sind.

Durch den Bau einer Autobahn seien keine Industrieansiedlungen zu erwarten, hier würden nur steuerliche Vergünstigungen und dergleichen ziehen. Und der Lärm würde zunehmen, zum einen durch die Autobahn und zum anderen durch den innerörtlichen Verkehr, der auch durch den Bau der A39 nicht abnehmen würde.

Viele grafische Darstellungen und Statistiken prasselten auf die Handvoll Zuhörer ein, da wurde es zunehmend interessanter, als Bodenteichs Ex-Bürgermeister Claus-Dieter Reese und Eckehard Niemann vom Dachverband der Gegner der A39 ihre Argumente zu Pro und Contra der A39 austauschten.

Erschienen: 11.06.2009: AZ / TZ / Seite:8

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