Mike Finke: Auflösung der Schulbezirke ist nicht der Weisheit letzter Schluss

Elternrat zieht Antrag zurück

An der Kooperativen Gesamtschule werden 428 Jungen und Mädchen unterrichtet, die nicht im zuständigen Schulbezirk wohnen. Das geht aus einer Statistik des Landkreises hervor. Foto: Wendlandt

Uelzen. Rund 800 Jungen und Mädchen im Landkreis Uelzen besuchen weiterführende Schulen außerhalb der für ihre Wohnorte festgelegten Schulbezirke. Das geht aus einer Statistik der Kreisverwaltung hervor.

Der größte Schülerstrom, 428 Jungen und Mädchen, wurde dabei für die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen ermittelt. Der Schulbezirk der Bildungseinrichtung umfasst die Stadt Bad Bevensen sowie sieben weitere Gemeinden, darunter auch die Gemeinde Bienenbüttel. Allein aus der Stadt Uelzen fahren täglich 105 Schüler in die Kurstadt. Aus der Samtgemeinde Suderburg sind es 75 Schüler.

Angesichts dieser Zahlen und der Feststellung, dass es ein „Ungleichgewicht der Schülerzahlen“ bei den weiterführenden Bildungseinrichtungen im Kreis gibt, hat der Kreiselternrat über eine mögliche Auflösung der Schulbezirke beraten. Damit würden alle Hürden für einen Unterricht an einer von Eltern und Schülern ausgesuchten Schule fallen. Laut Niedersächsischem Landes-Schulgesetz gilt, dass Schüler diejenige Bildungseinrichtung besuchen müssen, in deren Schulbezirk sie wohnen. Bei weiterführenden Bildungseinrichtungen wie Ober- und Gesamtschulen besteht jedoch eine größere Wahlmöglichkeit.

Wie der Vorsitzende des Kreiselternrates, Mike Finke, gegenüber der AZ erklärte, sei man bei Beratungen schließlich jedoch zur Erkenntnis gelangt, dass eine Aufhebung der Schulbezirke auch nicht „der Weisheit letzter Schluss“ sei. „Die Schule vor Ort ist immer die gefühlt schlechteste Bildungseinrichtung, die Schulen andernorts die besten. Ohne Bezirke würden Schüler kreuz und quer durch den Landkreis fahren, gewonnen wäre aber nichts“, so Mike Finke. Auch könnte es sein, dass bestimmte Schulen eine Sogwirkung entfalten, andere Schulen hingegen dabei „runterfallen“. Deshalb habe man sich darauf verständigt, bei der Sitzung des Kreis-Schulausschusses einen Antrag auf Auflösung der Schulbezirke zurückzunehmen. Wie berichtet hatte das Gremium sich am vergangenen Donnerstag für eine Neufassung der Schulbezirkssatzung ausgesprochen, die im April dem Kreistag vorgelegt werden soll.

Aber auch ohne Vorstoß des Kreiselternrates zur Auflösung der Schulbezirke diskutierten die Schulausschuss-Mitglieder dennoch diesen Punkt in Bezug auf die KGS in Bad Bevensen. Renate Berndt (Die Grünen/Bündnis Zukunft) hatte eine Auflösung des Schulbezirkes für die Bildungseinrichtung gefordert, weil laut Paragraph 63 des Landes-Schulgesetzes für den Fall, dass es von einer Schulform nur eine Bildungseinrichtung im Kreis gibt, ohnehin kein Schulbezirk festzulegen sei. Außerdem: Ohne Schulbezirk würden Eltern eher davon erfahren, dass sie ihr Kind an der KGS unterrichten lassen können.

Kerstin Hagelstein, Leiterin des kreislichen Schul- und Kulturamtes, erklärte jedoch, dass eine Auflösung unter Umständen Auswirkungen auf jene Schüler direkt aus Bad Bevensen und dem Umland haben könnte. „Gibt es keinen Schulbezirk, kommen alle Jungen und Mädchen in einen Topf, aus dem gelost wird, wer an der KGS unterrichtet wird. Das hat womöglich zur Folge, dass eine Schülerin aus Bevensen nicht an die Gesamtschule darf, dafür aber eine Schülerin aus Rosche“, so Hagelstein. Der Antrag von Renate Berndt wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

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