Wochenrevue

Eine Stadt voller Nadelöhre

Diane Baatani

Ein Nadelöhr nach dem anderen wird sich ab Montag zeigen. Uelzen wird dann plötzlich eine Stadt voller Nadelöhre. Ein Jahr lang.

Denn wenn die rund 16 000 Fahrzeuge, die täglich über die Greyerbrücke fahren, wegen der gesperrten Fahrbahn Umwege suchen, sind Verkehrsstaus kaum zu verhindern. Das steht fest. Auch wenn die Stadt Uelzen für Autos, Radfahrer, Fußgänger und Fahrgäste des Stadtbusses Konzepte entworfen hat, die den Verkehrsinfarkt in Uelzens Innenstadt vermeiden sollen. Auch wenn bereits weit entfernt an der Autobahnabfahrt Soltau darauf hingewiesen wird und Schilder für Autofahrer aus Richtung Osten bei Salzwedel aufgestellt wurden, werden immer einige zunächst der Ansage ihres Navigationsgerätes mehr vertrauen als den Hinweisschildern. Selbst Ortskundige werden eine Weile brauchen, um sich daran zu gewöhnen, dass es plötzlich an der Greyerstraße nicht mehr weitergeht, dass zum Beispiel die Nothmannstraße zur Einbahnstraße geworden ist. Und vor allem, dass jetzt Autofahrer auf der Umleitungsstrecke, die von der Albrecht-Thaer-Straße kommen und auf die Sternstraße abbiegen, Vorfahrt haben. Diese Ecke war vor Jahren eine brenzlige Strecke, bis die Stadt dort die Markierungen für Radfahrer geändert und somit mehr Sicherheit geschaffen hat. Wer etwa an dieser Stelle sein neu errungenes Vorfahrtsrecht blindlings nutzt, kann die anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen.

Die Sperrung der Greyerbrücke ist nicht die einzige Ecke, an der es ab Montag eng wird. Nebenan auf dem Marktplatz-Gelände wird es erst später mit den Bauarbeiten losgehen. Zuvor steht noch der Abriss-Auftakt an der Schuhstraße an. Am Wilgrü wird auch bald gebaut, und wenn sich erst am Katasteramt-Trümmerfeld und am Café Harder die Streitigkeiten gelegt haben, werden auch dort große Baumaschinen den Verkehrsfluss behindern. Und für die nächsten Tage wird sich der Verkehr auch an der Blauen Lagune stauen.

Es ist ein Jahr. Es wird ein hartes Jahr. Da helfen keine Beschwerden und keine Wutausbrüche. Autofahrer brauchen viel Geduld. Wer die nicht aufbringen kann, sollte vielleicht doch häufiger die Stadt aus einer anderen Perspektive betrachten – vom Fahrradsattel aus.

Von Diane Baatani

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