Eine kleine Meise . . .

. . . hat jüngst das Herz von Uhlenköpers Freund im Sturm erobert. Besser gesagt: in der Hecke. Dort nämlich saß das kleine blau-gelbe Federknäuel.

Es hatte das Köpfchen schief gelegt und blickte mit seinen klitzekleinen Knopfäuglein den großen Menschen an. Der wollte gerade in seinen Wagen steigen und davon brausen, hielt aber inne. Der winzige Piepmatz machte keine Anstalten zu flüchten. Vielmehr ließ er die Frage aufkommen, wer hier eigentlich wen beobachtet. Denn der kleine Vogel ließ Uhlenköpers Freund auf wenige Zentimeter heran kommen – vielleicht, weil der das Meisentierchen mit seinem säuselnden Ton einlullte. „Mäuschen, willst du gar nicht wegfliegen?“ wisperte der Mensch. Das Mäuschen gab zwar keine Antwort, blieb aber völlig unbeeindruckt sitzen. Der Mensch rückte näher. Die Knopfäuglein beobachteten ihn immer noch. Uhlenköpers Freund streckte behutsam die Hand aus. Als der Vogelwinzling ihm erlaubte, ihn mit dem Zeigefinger am Hals zu kraulen, pochte sein Herz. Auch als sich die Menschenhände vorsichtig um ihn schlossen und ihn vom Ast nahmen, zeigte der Vogel keine Angst. Und aus einer wärmenden Handhöhle heraus blickte der Winzling in zwei Augen eines vollends faszinierten Menschen, weiß Uhlenköper.

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