„Ebstorf setzt neue Wurzeln“ sucht Mitstreiter für neues Projekt

Initiative will gemeinsam gärtnern

Gemüse aus dem öffentlichen Garten
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Die Initiative „Ebstorf setzt neue Wurzeln“ will Hochbeete oder kleine Gartenflächen im öffentlichen Raum anlegen, um eigenes Gemüse anzubauen.
  • Gerhard Sternitzke
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Es ist wie eine Graswurzelbewegung: Wo bislang akkurat gestutzte Hecken und gepflegter Rasen die Gärten dominierten, haben immer mehr Menschen begonnen, eigenes Gemüse und Kräuter anzubauen, vielleicht auch Beerensträucher oder gar einen Apfelbaum gepflanzt. Der lange Corona-Lockdown hat diese Entwicklung noch befördert. Es gibt aber auch Bestrebungen, gemeinschaftlich zu gärtnern. Im Klosterflecken sucht nun die Initiative „Ebstorf setzt neue Wurzeln“ Gleichgesinnte.

Ebstorf – Es ist wie eine Graswurzelbewegung: Wo bislang akkurat gestutzte Hecken und gepflegter Rasen die Gärten dominierten, haben immer mehr Menschen begonnen, eigenes Gemüse und Kräuter anzubauen, vielleicht auch Beerensträucher oder gar einen Apfelbaum gepflanzt. Der lange Corona-Lockdown hat diese Entwicklung noch befördert. Es gibt aber auch Bestrebungen, gemeinschaftlich zu gärtnern. Im Klosterflecken sucht nun die Initiative „Ebstorf setzt neue Wurzeln“ Gleichgesinnte.

Nur wenige pflanzen, was sie zum Leben brauchen, selbst an, und für viele junge Leute kommt das Essen aus dem Supermarkt.

Initiative „Ebstorf setzt Wurzeln“

„Nur wenige pflanzen, was sie zum Leben brauchen, selbst an, und für viele junge Leute kommt das Essen aus dem Supermarkt“, heißt es in dem Aufruf. Besonders die junge Generation habe sich an Fastfood und verarbeitete Lebensmittel, häufig mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzanteil gewöhnt. Und genau diese Entfremdung von der Herkunft der Lebensmittel wollen die zwei Ebstorferinnen, die die Initiative ins Leben gerufen haben, überwinden. Es geht um regionales Gemüse, Selbstversorgung, gesundes Leben, um das Arbeiten mit den eigenen Händen, um die verlorene Verbindung zur Natur.

Menschen sollen generationsübergreifend in Kontakt kommen

Die Idee der Initiative: Ebstorfer legen gemeinsam Hochbeete oder kleine Gartenflächen im öffentlichen Raum im Klosterflecken an, um Mohrrrüben, Kohlrabi, Zwiebeln, Gurken oder Kräuter zu ziehen. Bodenbearbeitung, Säen, Pflanzen, Jäten, Gießen und natürlich auch die Ernte teilen sich die Teilnehmer. So sollen auch Menschen ohne eigenen Garten gärtnern und miteinander generationenübergreifend in Kontakt kommen.

Dabei hoffen die Initiatorinnen auch auf die Unterstützung durch erfahrene Hobbygärtner oder von alten Mitbürgern, die noch wissen, wie man Lebensmittel durch Einkochen, Einlegen und andere Methoden haltbar macht.

Bürgermeister Heiko Senking, der selbst zu Hause Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch anbaut, ist angetan von dem Projekt. „Ich finde, die Initiative kommt zum richtigen Zeitpunkt und sollte gefördert werden“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Und Senking signalisiert auch Unterstützung bei der Suche geeigneter Flächen. Die gebe es etwa im Domänenpark. „Wir haben so viele Flächen und kleine Ackerstücke. Die könnte man für eine solche Initiative zur Verfügung stellen.“ Zuvor muss der Verwaltungsausschuss des Fleckenrates zustimmen.

Vorbild für die Ebstorfer Initiative ist das Projekt Essbare Städte. Auch die Stadt Lüneburg hat vor Jahren Hochbeete in ihren Parks aufgestellt, die aber nicht dauerhaft gepflegt wurden. In der Stadt Bad Bevensen gab es einen Antrag für einen Mitmachgarten. Und die Bohlsener Mühle nimmt unter dem Titel Ackerhelden auf eigenen Flächen neben Mitarbeitern jetzt auch andere Hobbygärtner auf.

Die Ebstorfer Initiative will gern mit Kindergärten und Schulen zusammenarbeiten, damit Kinder selbst erfahren, wie Lebensmittel entstehen. Zunächst wollen die beiden Frauen jedoch klein anfangen und zunächst schauen, wie viele Menschen sie fürs gemeinsame Gärtnern in Ebstorf begeistern können. Jeder kann mitmachen, auch ohne Verkenntnisse, betonen sie.

• Kontakt: ebstorfsetztneuewurzeln@web.de.

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