Geplanter Hähnchenstall in Schatensen sorgt für Unmut / Über 600 Unterschriften eingereicht

Zweifel nehmen nicht ab

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84 000 Hühner sollen künftig in der geplanten Mastanlage am Rande von Schatensen gehalten werden. Das Vorhaben stößt bei vielen Bürgern auf Kritik.

Wriedel/Schatensen. Die dunklen Wolken über der Gemeinde Wriedel scheinen nicht weiterziehen zu wollen.

Zwei Jahre nach dem Bekanntwerden der Pläne von Familie Elsner, zwei Hähnchenmastanlagen für insgesamt 84 000 Tiere am Rande des Ortsteils Schatensen zu bauen (die AZ berichtete), scheint der Widerstand und Unmut in der Bevölkerung ungebrochen. 650 Unterschriften gegen das Vorhaben wurden bereits eingereicht.

Diese Zahl sei ein „ordentliches Signal“ sagt Jorge Wittersheim von der Bürgerinitiative (BI). Wittersheim befürchtet durch den geplanten Betrieb nicht nur eine deutliche Minderung der Lebensqualität in der Gemeinde, sondern auch Umweltbelastungen. Wittersheim bedauert vor allem die „fehlende Offenheit“ seitens der lokalen Politik. Das Konzept der geplanten Mastanlagen halte er für nicht mehr zeitgemäß.

Auch der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) macht in einem Schreiben an den Landkreis Uelzen als Genehmigungsbehörde deutliche Einwendungen geltend. Der Landesverband fordert strengere Anforderungen nach dem Vorbild anderer Landkreise.

Der Umweltverband hält die Unterlagen des Investors für unvollständig. Es fehlten eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Gutachten über die Belastung der Anwohner durch Bioaerosole und resistente Keime.

Auch der geplante Brandschutz weist laut Umweltverband Mängel auf und erfülle nicht die rechtlichen Vorgaben. Mögliche Auswirkungen der Emissionen und Ammoniak-Niederschläge auf benachbarte Biotope seien zudem nicht ausreichend untersucht. Es gebe ernstzunehmende Hinweise auf eine Belastung des Standortes durch Altlasten.

Unklar bleibt weiterhin die Frage nach der Zuwegung, die Bürgermeister Peter-Uwe Breyer zufolge noch nicht gesichert sei. Hier sollen entsprechende Gespräche geführt werden, um eine Lösung zu finden. Zugleich betont die Gemeinde ihre neutrale Haltung hinsichtlich des Bauvorhabens.

Von Melanie Jepsen

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