Radweg wird nachträglich nochmals verlegt / Kreis pocht auf Verkehrssicherheit

Zwei Handbreit Sicherheit

Zunächst etwas zu nah an der Straße lag der Radweg zwischen Vinstedt und Ebstorf. Es wurde nachgebessert. Foto: Wendlandt

Ebstorf/Vinstedt. 300 Bratwürste lagert der Natendorfer Ratsherr Ulrich Schmedt derzeit in seinem Gefrierfach. Wann er sie an Radler und Bewohner der umliegenden Gemeinden reichen kann, weiß er nicht recht. Schmedt wohnt in Vinstedt, direkt an der Kreisstraße 11.

Von Vinstedt aus führt seit Kurzem ein Radweg nach Ebstorf, und damit ist ein langgehegter Wunsch des Vinstedters in Erfüllung gegangen.

Das hätte etwas schneller gehen können. Hat es aber nicht, wobei die Schuld daran zunächst bei dem Unternehmen liegt, das den Radweg im Auftrag des Kreises gebaut hat. So erzählt es Frank Peters, Baudezernent des Kreises.

Denn der Weg war zunächst zu nah an der Straße gebaut worden. Auf einer Länge von 170 Metern im Wald sei das gewesen, und der Weg sei sechs bis 14 Zentimeter zu nah an der Straße gewesen, sagt Schmedt, habe er gehört. 25 Zentimeter seien es gewesen, sagt Baudezernent Peters.

Dass es zu nah war, steht zumindest fest. Es habe eine Beanstandung gegeben, sagt Peters – und dann riss die Firma den Radweg an den zu nahe liegenden Stellen wieder ab und richtete ihn. Das war dann die Zeit, als Schmedt verwundert aus dem Fenster guckte, weil er dachte, der Weg sei eigentlich fertig. Aus der Zeit stammten dann auch die Bartwürste, weil er schon die örtlichen und überörtlichen politischen Würdenträger einladen wollte, um die Einweihung des Radweges zu feiern. Der Ebstorfer Bürgermeister Uwe Beecken konnte, der Samtgemeindebürgermeister Bevensen-Ebstorfs, Hans-Jürgen Kammer, auch. Leider schrieb der Kreis, dass es Teminüberschneidungen gebe. Und dann wurde der Weg nochmals gerichtet. „Die hätten früher fertig werden können“, sagt Schmedt, „etwa drei Wochen früher“. Allerdings blieb der Kreis, so Schmedt, in dem vorgesehenen Zeitrahmen: Wie dem Ratsherr versprochen, war die Endversion des Weges zum 31. Oktober fertig. Also mault er nicht, auf den Radweg angesprochen hat ihn die AZ.

In einer vergangenen Ausschusssitzung des Planungs- und Straßenbauausschusses hatte nun Uwe Beecken das Thema aufs Tapet gebracht und sich erklären lassen, dass es da um sechs bis 25 Zentimeter ging, die der Radweg zu nah an der Straße war. „Ich als Privatmann würde ja sagen, lass das Ding liegen, bekommst weniger Geld“, meint er.

Baudezernent Peters sieht das aber nicht so locker. „Verkehrssicherheit ist nicht kleinkariert“, sagt er. Es gelte, Regeln zu befolgen, die sich klar an der Sicherheit orientieren – für den Schutz von Radlern. Es gebe bestimmte Mindestabstände, die eingehalten werden müssen. „Der Weg war nicht so platziert wie beauftragt. Damit entsprach er nicht den Ausschreibungskriterien. Wenn ich etwas bestelle und eindeutig benenne, was ich haben will, dann muss es auch genau so gebaut werden“, so Peters. In diesem Fall – das sagt er mit Blick auf die Verkehrssicherheit im anschließenden AZ-Gespräch – habe die Firma den Weg verlegen müssen.

Schmedt, der Natendorfer Ratsherr aus Vinstedt, muss also noch auf seine Grillparty warten. Wie lange, weiß er nicht. Immerhin kommt der Winter, und im Frühjahr feiern ist dann vielleicht etwas spät.

Aber der Radweg ist da, er ist zufrieden. Er habe vor 40 Jahren schon auf einen Radweg gedrängt und ihn in der Gemeinde Natendorf zu einem Thema gemacht. Der Weg sollte Klosterverbindungsweg zwischen Ebstorf und Medingen sein und von der Ellerndorfer Heide bis zur Ilmenau führen, so der Plan. Eine weitere Verbindung bis Natendorf gebe es zunächst nicht.

Der Wunsch kam bei ihm auf, als seine Töchter in den 70ern geboren wurden. Jetzt können Schmedts Kinder sicher radeln – und Schmedts Enkel.

Von Kai Hasse

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