Info-Runde zum Raubtier und Ebstorfs Waldkindergarten

„Zur Natur gehört auch der Wolf“

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Kinder im Waldkindergarten: Zum Leben in der Natur gehört für sie mittlerweile auch der Wolf – auch in Ebstorf.

ib Ebstorf. Weil er einige Wildrisse im Bereich Tatendorf registriert hatte, informierte jüngst ein Landwirt die Gemeinde Ebstorf. Denn ganz in der Nähe, am Ahrensberg, betreibt der DRK-Kreisverband im Auftrag des Klosterfleckens zwei Waldkindergartengruppen.

Aus aktuellem Anlass lud Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf daher Wolfsexperte Theo Grüntjens sowie Vertreter von DRK und Politik „zu einer objektiven Situationsbetrachtung“ ein.

Grund zur Panik sehen weder Experten noch die direkt Betroffenen. Und der Klosterflecken verlässt sich auf die Expertise der Fachleute. „Es gibt immer mal wieder Gespräche über den Wolf“, sagt Tim Meierhoff, designierter Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands auf AZ-Nachfrage, aber ansonsten sei das kein Thema in der Elternschaft und bei den Erziehern. Er halte Informationen über Wanderbewegungen und Population der Tiere für sehr wichtig. „Die Natur lebt nun mal, da gibt es immer Veränderungen, und zur Natur gehört auch der Wolf. Es wurde aber noch nie ein Wolf im operativen Geschäft des Kindergartens gesehen“, so Meierhoff.

Man nehme das Thema sehr ernst, sensibilisiere alle Beteiligten auch dafür, sagt er. Man arbeite mit dem Förster vor Ort zusammen, die Kinder trügen für den Ernstfall Trillerpfeifen zur Abschreckung des Wolfs bei sich, und auch das Kindergarten-Areal wurde begrenzt, und die Mädchen und Jungen gingen nur noch in Begleitung zum Toiletten-Baum.

Die Natur, der Wald, und damit auch der Wolf, gehörten in gewisser Weise zum Konzept des Waldkindergartens, gibt Tim Meierhoff zu bedenken. Genauso wie mal eine wild gewordene Wildschwein-Bache auf der Bildfläche erscheinen könne. „Wir halten da unsere Nasen in den Wind, um gegebenenfalls nachzusteuern“, betont er. Die Frage, ob man über eine Verlegung des Waldkindergartens oder gar eine Schließung nachdenke, beantwortet er ganz klar: „Nein.“

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