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Verein organisiert in Ebstorf Schwimmkurse für Kinder aus dem ganzen Kreis

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Heiko Förstel mit Schwimmnudeln im Ebstorfer Waldemar-Hallenbad.
Heiko Förstel will mit seinem Verein Kindern im Ebstorfer Waldemar das Schwimmen beibringen. Zum Zug kommen sollen Vier- bis Zwölfjährige aus dem gesamten Kreisgebiet. Der Nachholbedarf nach Corona ist groß. © Sternitzke, Gerhard

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, sagt das Sprichwort. Das gilt gerade auch fürs Schwimmen, und deshalb hat die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf einen Partner gesucht, um während der Schließung des Badue in Uelzen einheimischen und auswärtigen Kindern aus dem Kreisgebiet einen Schwimmkurs zu ermöglichen. Der Unterricht des extra für diesen Zweck gegründeten Vereins „Niedersachsen schwimmt“ beginnt in der zweiten November-Woche.

Ebstorf – „Aufgrund von Corona haben wir Zehn-, Elf-, Zwölfjährige, die nicht schwimmen gelernt haben“, mahnt der Vorsitzende Heiko Förstel, den die Ebstorfer als Badeaufsicht im Waldemar kennen. „Das können die Schulen bei einmal Schwimmen in der Woche nicht leisten.“

Im ersten Halbjahr 2022 sind nach Angaben der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) 199 Menschen ertrunken. Jeder Ertrunkene sei einer zu viel, betont Förstel, und nur die wenigsten trauten sich, das Versäumte später im Erwachsenenalter nachzuholen.

Der 35-Jährige hat sich bereits mit seiner privaten Schwimmschule im Bevenser Rosenbad und im Badue einen Namen gemacht. Nun will er mit sieben Ehrenamtlichen des Vereins im Waldemar bis April insgesamt 15 Kurse auf die Beine stellen, um möglichst viele Kinder zu erreichen. Teilnehmen können Vier- bis Zwölfjährige, die in verschiedenen Gruppen altersgemäß geschult werden. Jeder Kurs geht über vier Wochen. „Ziel ist, dass die Kinder am Ende des Kurses das Seepferdchen haben“, erklärt Förstel. „Ich freue mich auf die Aufgabe.“

„Allein mit unserem Bäderpersonal wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Thomas Fisahn, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters. „Es sind alle bekannten Schwimmschulen angeschrieben worden.“

Gemäß Ratsbeschluss werden die Preise für die Kurse halbiert, um die durch die Inflation bereits stark belasteten Familien zu entlasten. Um das zu ermöglichen, wird Förstel für seinen Verein „Niedersachsen schwimmt“ Fördermittel aus einem Landesprogramm beantragen.

Trotz aller Bemühungen ist Förstel klar, dass er längst nicht alle Kurse in Uelzen ersetzen kann, zumal manche Eltern die weite Fahrt scheuen. Es gebe aber auch die Möglichkeit, Fahrgemeinschaften zu gründen. Und er habe sich mit den Kurszeiten von 15 bis 18 Uhr auch bemüht, Berufstätigen entgegenzukommen.

Die zwölf Gründungsmitglieder des Vereins haben sich auch das Behindertenschwimmen auf die Fahnen geschrieben. „Meine Hoffnung ist, dass wir auch Leute aus den benachbarten Kreisen erreichen“, so Förstel. „Wir dürfen nicht die Handycap-Schüler außer Acht lassen.“

• Kontakt: www.schwimmschule-foerstel.de.

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