FBE/UWG/BfB-Gruppe bremst Ebstorfer Rathaus-Sanierung

„Wollen nicht blind investieren“

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Wie lange wird das Ebstorfer Rathaus noch als Verwaltungssitz gebraucht? Diese Frage stellt sich die Politik angesichts hoher Investitionen, die dort für Sanierungsmaßnahmen anstehen.

Ebstorf. Wenn das Ebstorfer Rathaus erhalten bleiben soll, sei eine Sanierung – vor allem die Erneuerung der elektrischen Leitungen – alternativlos.

Das hatte Bevensens-Ebstorfs Bauamtsleiter Roland Klewwe den Mitgliedern des Bauausschusses Ende vergangenen Jahres mit auf den Weg gegeben. Die Gruppe von FBE, UWG und BfB im Samtgemeinderat allerdings will derlei Ausgaben für das Rathaus im Haushalt 2018 mit einem Sperrvermerk versehen und hat einen entsprechenden Antrag vorgelegt.

„Wir wollen nicht blind investieren“, sagt Gruppenvorsitzender Heiko Senking auf AZ-Nachfrage. Allerdings werde er den Antrag in der Samtgemeindeausschusssitzung am Donnerstag wohl wieder zurückziehen. „Wir haben die Köpfe zusammengesteckt und sind uns im Grunde alle einig: Wenn, dann muss eine nachhaltige Lösung für die Belegschaft her. Ein Schnellschuss ist da nicht förderlich.“ Immerhin sind rund 1,2 Millionen Euro, verteilt auf zwei Jahre, für die Sanierung des Ebstorfer Rathauses vorgesehen. In diesem Jahr sollen davon 600 000 Euro ausgegeben werden.

Laut Samtgemeinde-Fusionsvertrag sei man daran gebunden, das Rathaus noch für neun weitere Jahre zu erhalten. „Dann“, so Senking, „ist die Frage, wie es weitergehen soll. Soll es noch 20 Jahre weiter bestehen? Oder gibt es eine andere Lösung?“ Wie berichtet, könnte auch eine Stilllegung des Verwaltungsgebäudes aus den 70ern eine Option sein.

Auch wenn der Bauamtsleiter damals betonte, dass bei Nichthandeln an der Elektrik durchaus Personenschäden riskiert würden und auch schon der TÜV die Stromleitungen bemängelt habe, will sich die Politik offensichtlich nicht hetzen lassen. „Man muss auch Alternativen prüfen“, findet Heiko Senking, „und sich die Frage stellen: Was wollen wir politisch?“ Er jedenfalls habe keine Lust darauf, jetzt kurzsichtig viel Geld auszugeben und irgendwann damit im Schwarzbuch des Deutschen Steuerzahlerbundes zu landen. „Wenn wir jetzt nur für ein paar Jahre etwas machen, dann ist das einfach zu kurz gedacht.“

Von Ines Bräutigam

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