Jörg Hillmer: Wie will Landesregierung künftig Kinder schützen?

Wolfsriss am Spielplatz

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Gleich neben dem Spielplatz an der Celler Straße in Ebstorf liegt die Weide (im Hintergrund), auf der ein Wolf Schafe riss. 

Ebstorf. Nur ein paar Schritte weiter stehen Rutsche und Klettergerüst, auf der anderen Seite beginnen gleich hinter dem Zaun die ersten Wohnhäuser.

Die Weide an der Celler Straße in Ebstorf, auf der am frühen Dienstagmorgen wohl ein Wolf ein Schaf getötet und ein weiteres schwerstverletzt hat, liegt im Ort. Für Jörg Hillmer geht das deutlich zu weit. Der CDU-Landtagsabgeordnete will jetzt eine schriftliche Stellungnahme von der Landesregierung, wie sie diese Vorfälle künftig verhindern will.

Denn auch in Allenbostel schlug offenbar ein Wolf am gleichen Vormittag zu wie in Ebstorf. Auch hier wurde ein Schaf gerissen, ein weiteres verletzt. „Der Tatort liegt 80 Meter neben den nächsten Wohnhäusern“, ist Hillmer auch hier über die unmittelbare Nähe des Geschehens zum Dorf schockiert.

"Tatort in direkter Ortslage"

Jörg Hillmer.

Es muss in den sehr frühen Morgenstunden des vergangenen Dienstag gewesen sein, als aller Wahrscheinlichkeit ein Wolf, wie berichtet, ein Schaf auf einer Weide in Ebstorf gerissen hat. Als der Wolfsberater vor Ort ist, ist das Tier noch warm. Ein weiteres Schaf wurde so schwer verletzt, dass es erlöst werden musste. Vorfälle wie diese häufen sich seit einiger Zeit im Kreis Uelzen. Doch bei diesem Angriff ist etwas anders: „Der Tatort liegt in direkter Ortslage“, sagt Jörg Hillmer, „und mich schockiert die Lage direkt am Kinderspielplatz.“ Der CDU-Landtagsabgeordnete hat sich daher eingeschaltet und will jetzt schriftlich aus Hannover wissen: „Was muss noch passieren, ehe die Landesregierung gegen den Wolf vorgeht?“ 

Hillmer will wissen, welchen Schutz das Land für spielende Kinder in Ortslagen und auf öffentlichen Kinderspielplätzen bietet. Auch soll die Landesregierung Stellung dazu nehmen, ob sie dem Klosterflecken Ebstorf rät, den Spielplatz zu schließen beziehungsweise wolfssicher einzuzäunen. Hillmer will außerdem eine Stellungnahme dazu haben, ob das Land den betreffenden Wolf als „Problemwolf“ bezeichnen würde. „Falls nein, was muss noch geschehen, ehe die Landesregierung diesen Wolf zum Problemwolf erklärt?“ schreibt er den Hannoveranern. 

Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf habe nach dem Vorfall auf der Weide an der Celler Straße umgehend Kontakt mit dem DRK aufgenommen, das im Klosterflecken den Waldkindergarten betreibt. Man sehe die Situation derzeit noch „relaxt“, sagt Oelstorf, und wolle den Kindergartenbetrieb nach wie vor nicht einschränken. „Aber wir erwarten schon, dass jetzt Maßnahmen ergriffen werden.“

Von Ines Bräutigam

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