Ausnahmegenehmigung und Fähe nicht verlängert

Wolfsjagd für Ebstorfer Rüden blieb ohne Erfolg

Weder der Ebstorfer Rüde noch die Fähe aus dem Rudel Eschede/Rheinmetall wurden bis zum Erlöschen der Ausnahmegenehmigung abgeschossen.
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Weder der Ebstorfer Rüde noch die Fähe aus dem Rudel Eschede/Rheinmetall wurden bis zum Erlöschen der Ausnahmegenehmigung abgeschossen.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Ebstorf/Landkreis – Mit einer neuen Wolfsverordnung will die niedersächsische Landesregierung den Abschuss von Problemwölfen erleichtern.

Im Landkreis Uelzen gab es im Frühjahr eine Abschussgenehmigung für einen Rüden aus dem Ebstorfer Rudel und eine Fähe aus Eschede, nachdem sich zuvor mehrere schwere Angriffe auf die Herden des Schäfers Gerd Jahnke ereignet hatten, obwohl diese „wolfssicher“ eingezäunt waren (AZ berichtete). Dabei wurde aber keines der beiden Tiere getroffen, wie das Umweltministerium jetzt auf AZ-Nachfrage mitteilt.

„Der Erfolg einer Jagd auf Wölfe oder anderes jagdbares Wild ist immer Wahrscheinlichkeit oder Jagdglück und lässt sich nicht vorherbestimmen“, betont Ministeriumssprecherin Lotta Cordes. „Anerkanntermaßen gehört die Jagd auf Wölfe zu den schwierigsten jagdlichen Herausforderungen.“ Informationen zu Störaktionen liegen dem Ministerium nach ihrer Auskunft nicht vor. Der AZ lagen Berichte vor, dass sogenannte Wolfsschützer sich im Ebstorfer Kuhbruch bewegten und sogar Feuerwerk zündeten, um zu verhindern, dass ein Tier ins Fadenkreuz gerät.

Die Ausnahmegenehmigung vom Naturschutzgesetz war zunächst bis zum 30. Juni befristet. Eine Verlängerung gab es nicht, informiert die Sprecherin.

Laut Landesjägerschaft leben derzeit 35 Wolfsrudel und zwei Paare in Niedersachsen. Im Landkreis Uelzen gibt es nach Angaben des Umweltministeriums Rudel in Ebstorf und Bad Bodenteich. Außerdem gehört das Kreisgebiet zum Revier von Rudeln in Eschede/Rheinmetall, in Wendisch-Evern, in der Göhrde sowie bei Munster. Nach vorläufigen Erkenntnissen wurden in Ebstorf in diesem Jahr vier Welpen geboren, in Bad Bodenteich drei. Fünf Welpen gibt es in Eschede/Rheinmetall, zwei in der Göhrde, sechs in Munster.

Weil die Zahl der Übergriffe auf Nutztiere zugenommen hat, will die schwarz-rote Landesregierung den Wolf in das Jagdrecht aufnehmen. Ziel ist es, dass nach französischem Vorbild Wölfe abgeschossen werden können, wenn eine bestimmte Bestandszahl erreicht ist. Damit will man auf die Sorgen und Ängste der Menschen im ländlichen Raum eingehen. Allerdings steht die Art trotzdem unter strengem EU- und Bundesschutz. Der Eimker Schäfer Gerd Jahnke hat im laufenden Jahr 91 Schafe durch Wolfsübergriffe verloren.

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