Halter wetteifern um Preise für die schönsten Tiere

Wolfhunde im Ebstorfer Domänenpark

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Organisierte das Camp in Ebstorf: Sebastian Gruner mit „Sammy“. 

Ebstorf – Nieselregen geht über Ebstorf nieder. Da treffen sie sich auf einem gemähten Teilstück im Domänenpark: die Halter von Wolfhunden. Eine gute Woche schon dauert ihr „Wolfhunde-Camp“.

Und am Sonnabendvormittag gilt es: 30 angeleinte Hunde präsentieren die Besitzer bei der Ausstellung vor der Wertungsrichterin.

Vorführung der Tiere: Halterin mit ihrem Hund.

Daiva Rimaityte ist eigens aus Litauen angereist, um die Hunde zu betrachten. „Der Hund braucht Charisma“, sagt sie, „muss leichte Bewegungen machen und helle Augen haben.“ Denn das ist charakteristisch: „Lange Beine, fließende Bewegungen und der Wolfspass“, weiß Sebastian Gruner aus Uelzen, der das Camp des „Clubs für Tschechoslowakische Wolfhunde“ organisiert hat. „Die Hunde setzen dabei ihre Pfoten an den Hinterläufen in die Spur der Vorderläufe.“ Denn Wolf steckt noch etwas in der silbergrauen Hundesrasse. „Zuletzt 1984 wurden Wölfe eingekreuzt.“

Das Gebiss der Tiere wird überprüft.

Seit 1955 als Militärhund aus Schäferhund und Karpartenwolf in der Tschechoslowakei gezüchtet, war ihr Einsatzort das Gebirge, wo sie bei „massivem Regen und massiven Temperaturschwankungen dem Schäferhund überlegen waren“, sagt Gruner. Allerdings gab sie die Armee auch auf, „weil sie eine extrem enge Bindung aufbauen“. So sind sie heute Familien-, Sport- und Begleithunde.

Ihre Ausdauer und ihr Regenerationsvermögen sind legendär. „Sehr viele werden in Rettungsprogrammen eingesetzt. Sie laufen 40 Kilometer unter vier Stunden. 70 Kilometer in sieben und 100 Kilometer in zehn Stunden“, betont Gruner.

Seit 2010 ist der 36-jährige Polizeibeamte schon in Sachen Wolfhund engagiert – und züchtet die Tiere. Dabei ist der Hund sehr selten. Zwischen 500 und 650 Tiere gibt es in der Bundesrepublik. Und 80 Halter mit 90 Tieren übernachteten auf dem Campingplatz am Waldbad. „Wir fühlen uns sehr gut aufgenommen hier“, sagt Gruner. Gäste aus den Niederlanden, der Slowakei, Tschechien und Dänemark waren gekommen. Und so wird am Sonnabendabend an einer 40 Meter langen Tafel gespeist.

Bei der Siegerehrung auf Platz Eins bei den Rüden: Jens Reinemuth mit „Amoux“.

Da ist die Kür der schönsten Hunde schon gelaufen. Es gibt Trophäen und Hunde-nahrung für die ersten Plätze. Die Besitzer laufen auf einem abgesteckten Rund mit den Hunden im Kreis, dann einzeln auf die Wertungsrichterin zu. Das Gebiss wird betrachtet. „Sehr stolz“ sind Angelika Muy-Tremmel und Jens Reinemuth aus der Pfalz, als ihr „Amoux“ in seiner Klasse Champion wird. „Ich bin ganz glücklich mit ihm“, sagt Muy-Tremmel.

„Es ist so, dass der Hund nicht allein bleiben kann. Er ist nichts für Anfänger“, unterstreicht Gruner. Erwachsene Rüden vertrügen sich in der Regel nicht. Und erwachsene Hündinnen auch nicht. In Ebstorf gerieten denn auch bei der Ausstellung zwei Rüden aneinander. Den beiden Tieren passierte aber nichts.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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