Gemeinden planen Fragebogen-Aktion

Unheimliche Begegnung bei Brockhöfe: Von Wölfen eingekreist

Brockhöfe. Manchmal weiß man es zu schätzen, dass man auch mitten aus der Natur zu Hause anrufen kann.

So ging es auch zwei jungen Leuten im Alter von 22 und 28 Jahren, die bei einem Spaziergang mit ihrem Hund auf einem Feldweg etwa 500 Meter von Brockhöfe entfernt eine unheimliche Begegnung mit insgesamt sieben Wölfen hatten.

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Marita B. (Name geändert), die Mutter der 22-Jährigen, hat die Geschichte, die sich bereits am 15. März ereignete, lange für sich behalten. Als sie den Anruf vom Handy ihrer Tochter erhielt, stieg sie sofort ins Auto, um sie aus der unangenehmen Situation zu befreien. Was sie sah, beunruhigt sie bis heute: „Ein Wolf hat den Weg abgesperrt, die anderen sind um die Kinder herum gelaufen“, berichtet die Brockhöferin. Damit war der Rückweg zu Fuß ins Dorf abgeschnitten.

„Es gibt keinen Beweis für die Situation“, sagt Wolfsberater Volker Einhorn, Revierförster in Lintzel, da keine Fotos von dem Vorfall in Brockhöfe existieren – nur die Schilderung der Betroffenen. Bislang gibt es nach offizieller Darstellung seit der Rückkehr von Isegrim nach Deutschland keinen einzigen Fall, in dem Menschen von Wölfen bedroht wurden. „Es ist eine Besonderheit des Munsteraner Rudels, dass es keine Scheu vor Fahrzeugen hat und diese Scheu bei den Jungwölfen zum Teil weiter heruntergesetzt ist“, erklärt Einhorn. Eine Besonderheit, kein Grund zur Sorge.

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Die Gemeinden Wriedel und Eimke planen jetzt eine Bürgerbefragung zum Wolf. „Dürfen Ihre Kinder noch in den Wald? Finden Sie, die Politik tut genug zum Schutz der Bevölkerung?“, heißt es unter anderem in dem Fragebogen. „Wir wollen einfach ein Stimmungsbild haben“, sagt Wriedels Bürgermeister Werner Harneit und spricht von der Verunsicherung vieler Bürger. „Irgendwann ist die Politik in der Pflicht.“ Marita B. meint: „Das ist eine faszinierende Tierart, aber sie gehört nicht vor meine Haustür.“

In einer Bürgerinformation der Gemeinde Wriedel am Montag in Schatensen beklagte Wolfsberater Einhorn die aus seiner Sicht reißerische Berichterstattung in der AZ. „Dort, wo Wölfe mit dem Menschen vorkommen, sind sie ein Maß für die Toleranz des Menschen“, meint der Förster.

Von Gerhard Sternitzke

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Rubriklistenbild: © dpa

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