„Wir sind isoliert“

Mit seinen Angriffen auf die Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf trat Suderburgs Rathauschef Schulz eine Lawine los.

Suderburg/Ebstorf - Von Wiebke Brütt und Ines Bräutigam .„Friedhelm Schulz zerstört unsere Samtgemeinde wegen eigener Interessen. Suderburg stand noch nie so isoliert da wie heute. Keiner will mehr mit uns reden“, klagt Wilhelm Schröder, CDU-Fraktionschef der Samtgemeinde Suderburg. Deshalb distanzieren sich er und seine Fraktionskollegen Jörg Hillmer und Eimkes Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld gestern deutlich von Friedhelm Schulz und seinen „Entgleisungen“ über die Fusionsgespräche mit dem Alten Amt Ebstorf und dessen Bürgermeister Torsten Wendt.

„Friedhelm Schulz ist seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Die Verhandlungen mit Ebstorf sind gescheitert, weil unsere Verwaltung den Prozess verschleppt hat“, findet Hillmer klare Worte. Obwohl die CDU-Fraktionen beider Samtgemeinden seit Monaten intensive Gespräche geführt hatten und sich in vielen Details einig waren, und obwohl alle drei Mitgliedsgemeinden einstimmige Beschlüsse für Fusionsverhandlungen gefasst hatten, steht man immer noch ohne Ergebnis da.

„Wir können uns nur für das Verhalten unseres Samtgemeindebürgermeisters bei den Ebstorfern und bei Torsten Wendt entschuldigen“, sagen Schröder, Hillmer und Amtsfeld. Schulz habe das Ende der Verhandlungen mit Ebstorf zu verantworten. „Er wollte, dass das scheitert“, bringt es Wilhelm Schröder auf den Punkt, „aber wir lassen uns unsere Gemeinsamkeiten mit Ebstorf nicht zerstören.“

Sogar Friedhelm Schulz selber hatte die Hand für den von der Wählergemeinschaft eingebrachten Antrag gehoben – nur eine Situation von vielen, in denen sich Schulz im Laufe der Umstrukturierungsvorhaben widersprach. Hatte er sich doch zuvor immer für die Bildung einer Einheitsgemeinde ausgesprochen. „Er flattert hin und her“, ist Schröder über das Verhalten des Hauptverwaltungsbeamten empört. Eigene Interessen und persönliche Befindlichkeiten würden das Handeln des Samtgemeindebürgermeisters bestimmen. Für Dirk-Walter Amtsfeld steht fest: „Er klebt an seinem Amt.“

Seine Verpflichtungen hat Schulz nach Ansicht der Christdemokraten gleich mehrfach verletzt: Ohne entsprechenden Beschluss des Samtgemeinderates erklärte er die Verhandlungen mit Ebstorf für beendet. Auch die von ihm behaupteten Fusionsgespräche mit Wrestedt und Uelzen haben nie ernsthaft stattgefunden. „Sein Verhalten fällt auf uns alle zurück. Suderburg wird nicht mehr als seriöser Partner wahrgenommen“, beschreibt Hillmer die Situation.

Wunschpartner ist für die Suderburger CDU weiterhin das Alte Amt Ebstorf – sogar Verhandlungen ohne ihre Verwaltung könnten sich die Politiker vorstellen. „Wir müssen allerdings erkennen, dass der Hauptverwaltungsbeamte eine starke Position hat“, gibt Jörg Hillmer zu bedenken. Und allein mit ehrenamtlichen Kommunalpolitikern werden die Ebstorfer sicher keine Fusionsverhandlung führen wollen, ahnt Hillmer.

Die Fusion mit Ebstorf ist also vorerst zerschlagen, andere Partner gibt es für Suderburg momentan nicht. Das von Schulz favorisierte Modell Einheitsgemeinde wird von den Mitgliedsgemeinden nicht getragen. „Die ganze Samtgemeinde könnte daran zerbrechen“, sagt Hillmer. „Wir nehmen dieses Desaster nicht auf unsere Kappe. Die Ratsmitglieder, die das tolerieren, sollten überlegen, wie sie jetzt reagieren.“ Und auch Schulz‘ jüngste Angriffe in Richtung Bad Bodenteich heißen die CDU-Abgeordneten nicht gut.

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