„Wir geben mal Einen aus“

Ebstorfs Politik diskutiert über Würdigung des Ehrenamts

Ebstorf. Sie hämmern Buden für den Weihnachtsmarkt zusammen, bauen Stuhlreihen für Konzerte auf, nehmen Mäntel an der Garderobe entgegen, helfen Flüchtlingen bei Behördengängen oder dem Lernen der deutschen Sprache, sie machen sich in Sport- und vielen anderen Vereinen stark, in der Feuerwehr, im sozialen Bereich.

Alles kostenlos und im Sinne der Gemeinschaft. Ehrenamtliche. Tekin Aras (SPD), Ratsherr und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus in Ebstorf, befand jetzt, dass für das ehrenamtliche Engagement entsprechende Haushaltsmittel bereitgestellt werden mögen. Die Mehrheit der Mitglieder in „seinem“ Ausschuss sah das allerdings etwas differenzierter.

Insgesamt würdige man das Ehrenamt im Klosterflecken ja schon jetzt, war man sich größtenteils einig. Man könne aber noch Einen drauflegen, indem man einen Ausflug für alle Ehrenamtlichen organisiere, schlug Jens Ziegeler (UWG) vor. Auch Laura Schartner-Zarft (CDU) konnte sich mit diesem Gedanken anfreunden. Hans-Peter Hauschild (SPD) gab indes zu bedenken, dass die meisten Ehrenamtlichen in Vereinen tätig seien, die sie wiederum für ihren Einsatz in vielfacher Weise wertschätzten. „Ich halte es für problematisch, Einzelne herauszusuchen, das wäre eine ungerechte Angelegenheit“, warnte Hauschild. Außerdem verleihe der Klosterflecken regelmäßig die goldene Ähre und die silberne Münze an verdiente Bürger.

Catharina Förster (CDU) gab allerdings zu bedenken, dass eine Einladung an alle Ehrenamtlichen in Ebstorf ebenso schwierig werden könnte. Für sie sei eine Art Bürgerfrühstück denkbar, zu dem Ehrenamtliche eingeladen werden könnten. Tekin Aras allerdings wünschte sich eher etwas Materielles: „Dass man für die Helfer im Winter zum Beispiel eine Weste oder Schuhe anschafft“, sagte er.

Hans-Peter Hauschild brach schließlich eine Lanze dafür, dass man im Haushalt einen gewissen Geldbetrag zur Verfügung haben sollte, auf den man zurückgreifen könne, wenn es heiße: „Wir geben mal Einen aus“. Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf konnte dahingehend alle Ausschussmitglieder informieren, dass dieses Verfahren längst gang und gäbe sei. „Dafür brauchen wir nicht extra einen Haushaltsansatz zu bilden“, sagte er, „das können wir auch mal so machen.“ 1000 bis 2000 Euro gebe es immer irgendwo im Etat des Fleckens, die für diese Zwecke verwendet werden könnten. Er, Oelstorf, und auch Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking hätten darüber hinaus sogenannte persönliche Verfügungsmittel, aus denen auch schon jetzt bei Bedarf finanzielle Anerkennungen für das Ehrenamt flößen. Dass dies auch weiterhin der Fall sein soll, wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig so befürwortet.

Von Ines Bräutigam

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