Kein Einzelfall

Windrad bei Brauel verliert zweimal Flügel: TÜV fordert mehr Kontrollen

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Havariertes Windrad bei Brauel.

Brauel – Der Flügel eines Windrads bricht im Sturm. Ein gebrauchtes Rotorblatt wird montiert und zerschellt ebenfalls auf dem Acker. So geschehen Ende September bei Brauel. Dr. Joachim Bühler überrascht der Vorfall nicht.

Der Geschäftsführer des TÜV-Verbands warnt bereits länger vor der Gefahr, die von älteren Windkraftanlagen ausgeht.

Eine bundeseinheitliche Statistik gibt es nicht. Nach einer Studie des Verbands ereignen sich bei rund 30 000 Windrädern in Deutschland 50 schwere Havarien pro Jahr. „Die häufigsten Ursachen sind Brände, Rotorblattabrisse und mangelnde Standfestigkeit“, zählt Bühler auf. Im Grunde ist es mit den Anlagen wie mit Autos, zieht der TÜV-Vertreter einen Vergleich. „Je älter eine Anlage ist, desto anfälliger ist sie für Mängel“, sagt Bühler. „Deswegen ist es wichtig, dass sie regelmäßig gewartet und überprüft wird.“ Damit werde auch die Akzeptanz der Windkraft in der Gesellschaft erhöht.

Genau bei der Kontrolle aber sieht er Schwachpunkte. Der TÜV-Verband fordert eine gesetzliche Pflicht für Kontrollen alle zwei Jahre, die von unabhängigen Prüfern durchgeführt werden sollen. Bislang kann das zweijährige Intervall auf vier Jahre verlängert werden, wenn bestimmte Wartungen bescheinigt werden. Und die Prüfbescheinigungen werden häufig von denselben Firmen ausgestellt, die die Wartungen durchführen. Eine Verquickung mit wirtschaftlichen Interessen dürfe es aber nicht geben, betont Bühler.

„Bislang ist kein Mensch zu Schaden gekommen“, sagt Bühler. „Wir wollen, dass das so bleibt.“ Gleichzeitig warnt er vor Panikmache. Die Gefahr, bei einer Windrad-Havarie verletzt zu werden, liege im Promillebereich.

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