Bauherren haben in Ebstorf weitgehend freie Hand

Im Wildschwein-Viertel

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Ein Hausanbieter wirbt bereits um die Bauherren „An der Hofkoppel“ in Ebstorf. Im Frühjahr kann gebaut werden.

stk Ebstorf. Die Bauherren stehen in den Startlöchern. Der erste Hausanbieter hat sein Werbeschild mit einer glücklich lächelnden Familie aufgestellt. Auf einem Feld am Rand von Ebstorf plant der Klosterflecken ein neues Baugebiet.

32 Vormerkungen stehen nur 23 Grundstücken gegenüber. „Die Interessenten brennen darauf, die Konditionen für diese Flächen zu erfahren, um weiter planen zu können“, hieß es in der Verwaltungsvorlage zum Fleckenrat. Der fasste am Dienstagabend erwartungsgemäß den Satzungsbeschluss für die neue Siedlung „An der Hofkoppel."

Damit kann im Frühjahr die Gemeinde mit der Erschließung des knapp 20 000 Quadratmeter großen Areals zwischen Wessenstedter Straße und dem Hof Alvermann beginnen. Erreicht werden die 700 bis 1000 Quadratmeter großen Grundstücke über eine ringförmige Straße, die von der Wessenstedter Straße und Am Mückenkamp erreichbar ist. Noch im Frühjahr können die Bauherren die ersten Fundamente gießen. Und sie haben dabei fast alle Freiheiten in der Gestaltung.

„Wir haben nichts gegen Wildschwein-Viertel“, sagt Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf. So werden mancherorts despektierlich Neubaugebiete genannt, in denen Haustypen, Materialien und Farben bunt durcheinandergewürfelt sind. Der Klosterflecken lässt den Neubürgern dagegen bewusst größtmögliche Freiheit. Erlaubt ist fast alles, was gefällt, auch die mancherorts umstrittenen Stadtvillen. Aber ein Baum je 300 Quadratmeter soll gepflanzt werden.

Von Bevölkerungsschwund ist in Ebstorf nichts zu merken. Der Flecken ist einer der Orte im Landkreis, der Neubürger anzieht. Dabei mag auch der Preis eine Rolle spielen. 55 Euro pro Quadratmeter zahlt man „An den Hofkoppeln“, in Uelzen sind es 65 bis 110 Euro, in Bad Bevensen 64 Euro, im bei Lüneburgern und Hamburgern beliebten Bienenbüttel 73 bis 77 Euro.

Ebstorf fördert Familien, eine energiesparende und barrierefreie Bauweise.

Von Gerhard Sternitzke

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