Parallele Planung für die Baumkronen: Ebstorf und Harburg halten an ihren Ideen fest und hoffen auf Förderung

Wettstreit um den Wipfelpfad

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Ebstorf. „Wir haben zehn mögliche Investoren und Helfer angesprochen“, verkündet Wilhelm Oelstorf den Sachstand beim Projekt Waldweltenweg.

Dennoch, Ebstorfs Gemeindedirektor sitzt die Zeit im Nacken: Denn nur 45 Kilometer von dem Klosterflecken entfernt feilt der Landkreis Harburan der Idee zu einem ganz ähnlichen „Leuchtturm“ für die Region.

Seit August hatte die Entwicklung des Projektes Baumkronenpfad in Ebstorf etwas an Fahrt verloren – ein Grund dafür: Die Kommunalwahl und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Fusion der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. „Wir sind aber dran“, versichert Oelstorf. Kürzlich habe er die Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“ angeschrieben und um Unterstützung bei der Investorensuche gebeten. „Das ist ein Projekt mit Leuchtturmcharakter. Die Wirtschaftsförderung hat ganz andere Möglichkeiten an Investoren heranzutreten“ sagt der Verwaltungschef. Fest steht: Für die Umsetzung eines Weges über den Baumwipfeln werden private Geldgeber von Nöten sein, denn die Gemeinde Ebstorf hat eines von Beginn der Überlegungen an deutlich gemacht: Finanziell wird der Klosterflecken in das rund fünf Millionen Euro schwere Projekt nicht einsteigen.

Oelstorf versucht derzeit weitere Zuschussmöglichkeiten abzuklären. Gespräche habe es mit der N-Bank gegeben, die Aufnahme in Förderprogramme von Land, Bund oder europäischer Union habe er bisher jedoch noch nicht beantragt. Oelstorf: „Dafür muss ich mir die Programme erst noch genauer anschauen.“

Ein Förderantrag aus Harburg soll dem Land Niedersachsen indes bereits Ende März vorliegen – obgleich die Kreispolitik dort erst vor Kurzem beschlossen hat, eine Machbarkeitsstudie bezüglich eines Baumkronenpfades in dem Kreis erstellen zu lassen. „Der Kreistag hat mehrheitlich 100 000 Euro für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie genehmigt“, berichtet Georg Krümpelmann, Pressesprecher des Landkreises. Angedacht ist es, das Projekt in der Nähe des Wildparks Lüneburger Heide im Garlstorfer Wald zu realisieren, mit direkter Anbindung an die Autobahn (AZ berichtete).

Wilhelm Oelstorf hält die Ebstorfer Pfadidee am Arnsberg trotz der Standortvorteile der Harburger für umsetzbar: „Die haben immense Vorteile hinsichtlich der Parks und der Autobahn. Aber wir haben die Ortsnähe. Man kann bei und direkt auf das Kloster schauen. Außerdem kann man in Ebstorf ganze Tagesprogramme anbieten.“

Von Wiebke Brütt

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