Erstes Seifenkistenrennen in Brockhöfe: Digitale Lichtschranke zur Zeitmessung, Sektdusche bei der Siegesfeier

„Wer bremst, hat schon verloren“

+
Auf die Plätze, fertig, los! Jovis Blumenthal erhält noch letzte Instruktionen vom Rampenteam, damit sein Start wie bei Bruder Lennard im roten Flitzer sauber von statten geht.

Wriedel. „Wer bremst, hat schon verloren. “ Ob die Teilnehmer diesen Spruch als Motto des Tages oder nur als gut gemeinte Empfehlung verstanden haben wollten – spätestens nach den Testläufen des im Rahmen des Feuerwehrfestes veranstalteten 1.

Seifenkistenrennens Brockhöfe war allen Piloten klar, dass der Satz stimmt.

Für ein Feld von 27 gemeldeten Startnummern ging es mit ihren eigenwilligen Kisten an einer abgesperrten Straße „um alles“. Seit gut einem halben Jahr hatten sich Piloten und Seifenkisten-Konstrukteure auf diesen Tag vorbereitet – kein Wunder, dass das Organisationsteam um Stefan Mertins und seine Familie hatte alle Hände voll zu tun hatte.

Die drei bis vierrädrigen Ungetüme waren alle im Fahrerlager zu bestaunen – und zu begutachten. Denn bei der Veranstaltung ging es nicht nur um die rasanteste Zieleinfahrt: Zunächst erfolgte eine Bewertung für das schönste oder auch außergewöhnlichste Gefährt, dann für den am aufregendsten gekleideten Piloten. Erst zuletzt ging es um den schnellsten Lauf.

Während der selbsternannte „Streckenmeister“ Horst Biele mit dem Trecker die – absichtlich ohne eigenen Antrieb konstruierten und nur mit Schwung in Fahrt gebrachten – Seifenkisten wieder vom Zielpunkt abholte, wurde auf der vier Meter hohen Abfahrtsrampe der nächste Pilot für seine „Schussfahrt“ eingewiesen. Sowie Lennard Blumentahl, der mit Startnummer 19 für die Jugendfeuerwehr auf die Piste ging – mit einer roten Kiste, an der ein charakteristisches Blaulicht blinkte. „Unsere Fahrer sind alle besonders cool“, ruft der Moderator, Ortsbrandmeister Olaf Venske, durch die Lautsprecheranlage, „die grüßen nach dem rasanten Start noch mal schnell die Oma, die an der Strecke auf die Abfahrt ihres Enkels wartet.“

Die vom Reit- und Fahrverein zur Verfügung gestellte digitale Lichtschranke ließ aber keine Zweifel über die rasenden Fähigkeiten der Teilnehmer zu: Die Zeitmessung brachte es an den Tag, wer denn wirklich mit dem besten Material und dem talentiertesten Piloten an den Start gegangen war.

„Das ist wie in der Formel 1“, erklärte Venske, der auch für die Siegesfeier eine Sektdusche ankündigte, „nur die Boxenluder haben wir mit Rücksicht auf die zum großen Teil minderjährigen Fahrer weggelassen.“

Von Angelika Jansen

Kommentare