Biolandwirte Reiner Bonhorst und Morten Haram setzen auf digitale Technik

Wenn der Roboter das Unkraut hackt

Der FarmDroid „FD20“ sät Feldfrüchte und merkt sich mit Hilfe von GPS-Daten, wo die Saat liegt. So kann er später präzise das Unkraut weghaken. 
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Der FarmDroid „FD20“ sät Feldfrüchte und merkt sich mit Hilfe von GPS-Daten, wo die Saat liegt. So kann er später präzise das Unkraut weghaken.

Oldendorf II – Er hört auf den Namen „FD20“. Das klingt ein wenig wie der Droide R2D2 aus „Star Wars“.

Doch der kleine knuffige Geselle aus der Kinofilmreihe hat nur entfernt mit dem Farmroboter zu tun, der unter einem großen, schattigen Baum auf dem Hof von Reiner Bohnhorst in Oldendorf II steht.

Um „FD20“ kennenzulernen, ist sogar der Staatssekretär für Digitalisierung im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Stefan Muhle, in den kleinen Ort bei Natendorf gereist. Muhle macht im Rahmen der Digitaltour der CDU Niedersachsen und auf Einladung des Stadtverbands Lüneburg in Oldendorf II Station.

Entwickelt hat den innovativen Feldroboter die Firma „FarmDroid“ aus Dänemark. Der Vertriebsleiter Eddie Pedersen und Hans-Christian Andresen von der Firma Solar-Energie, die den Droiden in Deutschland vertreibt, präsentieren den Farmdroiden.

Dieser soll den Landwirten helfen, die Kosten für die Aussaat und das Unkrauthacken zu senken. „Der Feldroboter arbeitet völlig autonom und übernimmt sowohl die Aussaat als auch das Hacken zwischen den Reihen. Dabei wird der Droide präzise durch GPS-Technik gesteuert. „Ich bin auf einer Fachmesse auf den Roboter gestoßen und war sofort fasziniert“, erzählt Reiner Bohnhorst, der „FD20“ auf seinen Zuckerrübenfeldern einsetzt. Seinen Bauernhof stellte er 1996 auf ökologischen Landbau um und baut seitdem Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel und Einkorn, Triticale und Mais an, die sich mit Ackerbohne, Erbse, Soja, Lupine und Klee – und Bio-Kartoffeln abwechseln. Bei der Arbeit unterstützt ihn sein Farmroboter. „Dieser navigiert mit GPS, was ihm eine Genauigkeit von einem bis zweieinhalb Zentimeter verleiht“, erklärt Hans-Christian Andresen. Die Saat wird nach einem vordefinierten Muster abgelegt. Der Roboter merkt sich genau den Ort und kann später präzise beim Hacken das Unkraut von der Pflanze unterscheiden. „Das ist ein Riesenvorteil gegenüber der Kameratechnik, die an diesem Punkt ungenauer arbeitet“, so Andresen weiter. So kann der FarmDroid, der von Batterien angetrieben und mit Solarenergie geladen wird, bis zu 20 Hektar in einer Saison bewirtschaften – und das effektiver und genauer. Zudem ist weniger Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln notwendig. „Hier bestätig sich wieder einmal, dass die Landwirtschaft Vorreiter der Digitalisierung ist“, sagt Staatsminister Muhle. So wird FD20 wohl noch so einige Runden auf den Feldern von Reiner Bohnhorst drehen dürfen. VON NICOLE LÜTKE

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