Wenn ein Beirat nicht berät

Wie geht es in dem Mehrgenerationenhaus weiter? Die Bundesförderung läuft 2013 aus und die Fleckenpolitik ist mit der Beiratsarbeit unzufrieden. Foto: Ph. Schulze

Ebstorf. Eigentlich soll der Beirat des Mehrgenerationenhauses (MGH) die Arbeit der Einrichtung unterstützen und Impulse setzen – so ist es vertraglich vorgesehen. Doch seit geraumer Zeit ruht die Beiratsarbeit (die AZ berichtete).

Auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Familie, Freizeit und Kultur des Klosterflecken Ebstorf war der Beirat nun wieder Thema: Die SPD-Fraktion hatte beantragt, den Beirat neu zu beleben.

„Der Beirat ist tot. Es gibt zurzeit keinen Beirat“, brachte Gemeindedirektor Torsten Wendt das Problem auf den Punkt. Denn das Gremium, das eigentlich die die MGH-Leitung beraten und Mittler zwischen MGH und anderen Gruppen sein soll, arbeitet seit langem nicht mehr. Trotz mehrfacher Einladungen, kam kein Treffen der Mitglieder zustande. „Ich habe alle sechs bis acht Wochen zu einem Treffen eingeladen, aber immer konnte jemand nicht“, erinnert sich MGH-Leiterin Carolin Kühnelt.

Aufgrund dieser Schwierigkeiten stellte die SPD im Ausschuss nun folgenden Antrag: Die Beiratbesetzung sollte um ein Mitglied aus jeder politischen Fraktion ergänzt werden. Bisher besteht das Gremium aus fünf Personen: Dem Vorsitzenden des Freizeitausschusses, einem Verwaltungsmitarbeiter, jeweils einem Vertreter der Wirtschaftsgemeinschaft, der örtlichen Schulen und dem MGH-Betreiber, also des Diakoniewerkes Jerusalem.

Die Erweiterung dieser Besetzung stieß nun im Ausschuss auf geteilte Meinung. „Das soll kein politisches Gremium werden“, merkte Anke Preiß (CDU) an. Auch Heiko Senking (UWE) bestätigte: „Wir sollten einfach Leute finden, die sich aktiv beim MGH einbringen wollen – dazu brauchen sie nicht im Beirat sein.“ Aus Sicht der Sozialdemokraten hingegen ist ein intakter Beirat notwendig, um die MGH-Arbeit von einer weiteren Instanz her zu befruchten und sie gegebenenfalls zu hinterfragen. „Der Beirat ist als Triebfeder des MGH gedacht. Ich denke schon, dass eine neue Strukturierung Sinn macht“, sagte Ausschussvorsitzender Peter Meyer (SPD), der selber dem „ruhenden“ Beirat angehört.

Einigen konnten sich die Politiker im Ausschuss nicht. Der SPD-Antrag wurde demnach auf die nächste Sitzung verschoben.

Doch nicht nur die Besetzung des MGH-Beirates, auch das Gesamtkonzept des Hauses gab Anlass zur Diskussion. Mit dem bestehenden Format scheint es nicht rund zu laufen. „Das Konzept ist Bestandteil des Vertrags. Nun ist aber klar, dass es nicht so recht funktioniert“, machte Wendt die Schwierigkeit der Situation deutlich.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Im Jahr 2013 läuft die Bundesförderung des Mehrgenerationenhauses aus. Ebstorf allein wäre nicht in der Lage das Haus, das für den gesamten Kreis im Klosterflecken eingerichtet wurde, zu finanzieren. Hier könnte jedoch ein neues Förderprogramm helfen: „Um das in Anspruch nehmen zu können, müssten aber wieder bestimmte Richtlinien erfüllt werden“, erklärte Gemeindedirektor Torsten Wendt. Das MGH-Konzept müsste auf diese Bestimmungen hin erneut geprüft werden.

Von Wiebke Brütt

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