1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Ebstorf

Weihnachtslichter ein Sicherheitsrisiko?

Erstellt:

Von: Ines Bräutigam

Kommentare

Wo eine weihnachtliche Sternschnuppe in Ebstorf brennt, bleibt die jeweilige Straßenlaterne ausgeschaltet – weil an den wenigsten Sternschnuppen noch alle Glühbirnen intakt sind, sorgt man sich in Ebstorf nun um die Sicherheit im öffentlichen Straßenraum.
Wo eine weihnachtliche Sternschnuppe in Ebstorf brennt, bleibt die jeweilige Straßenlaterne ausgeschaltet – weil an den wenigsten Sternschnuppen noch alle Glühbirnen intakt sind, sorgt man sich in Ebstorf nun um die Sicherheit im öffentlichen Straßenraum. © ib

Ebstorf. Nach einem Unfall mit einem Stromverteilerkasten war jüngst fast komplett die Straßenbeleuchtung in Ebstorf ausgefallen.

Nachdem die Laternen inzwischen wieder zumindest provisorisch in Gang gebracht worden sind, droht lichttechnisch das nächste Ungemach: Die Weihnachtsbeleuchtung im Klosterflecken ist dermaßen in die Jahre gekommen, dass sich die Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) nun Sorgen um die Sicherheit im öffentlichen Straßenraum macht.

Schon immer ersetzen in Ebstorf die Sternschnuppen der Weihnachtsbeleuchtung zum Teil die Straßenbeleuchtung: Die jeweilige Straßenlaterne, die mit einer Sternschnuppe bestückt ist, leuchtet in dem Fall nicht. Weil es ja die Sternschnuppe gibt. Nur bei den wenigsten der Exemplare funktionieren noch alle Glühbirnen – ein Umstand, der die EWG, die zuständig ist für die Weihnachtsbeleuchtung, zurzeit in Sorge versetzt.

Warum genau die Weihnachtsbeleuchtung in Teilen die Straßenbeleuchtung ersetzt und selbige nicht nur ergänzt, das ist in der Verwaltung nicht so recht in Erfahrung zu bringen. Sehr wahrscheinlich jedoch liege es an Schaltphasen, die eine gleichzeitige Beleuchtung nicht ermöglichen, heißt es.

„Die Weihnachtsbeleuchtung ist seit Jahren immer wieder Thema“, sagt der EWG-Vorsitzende Erhard Peters. Zuletzt sorgten neue Stecker an den Straßenlaternen für Aufregung, die plötzlich nicht mehr zu den alten Steckern an den Sternschnuppen passten. Davon erfuhr Peters am 15. November. Noch am selben Tag habe er eine Firma damit beauftragt, die Stecker der 55 Sternschnuppen umzurüsten.

Das bedeutet für nächstes Jahr eine Riesen-Investition

Und das nächste Problem tauchte auf: „Bei der Montage der neuen Stecker wurde festgestellt, dass etwa 20 Sterne in einem sehr schlechten Zustand sind und nicht aufgehängt werden dürfen“, so Peters.

So strahlen zurzeit vor allem an der Ebstorfer Bahnhofstraße ein paar weihnachtliche Sternschnuppen mehr oder minder festlich vor sich hin. An der Hauptstraße, mitten im Ebstorfer Ortskern, sucht man Weihnachtsbeleuchtung vergeblich. „Fakt ist“, schreibt der EWG-Vorsitzende in einer Rund-Mail an die Mitglieder, „dass die ganze Weihnachtsbeleuchtung eine umfangreiche Überholung nötig hat beziehungsweise in einzelnen Straßenzügen komplett erneuert werden muss.“ Auf der nächsten Versammlung müsse man sich diesem Thema widmen.

„Das bedeutet für nächstes Jahr eine Riesen-Investition“, sagt Erhard Peters. „Die Sterne müssen ja ein Prüfzertifikat haben und sicher sein. Die hängen ja nicht einfach nur bei Lieschen Müller im Garten.“ Und genau das treibt die EWG gerade um. Bürger hätten ihn darauf angesprochen, dass ihnen die Sternschnuppen zu dunkel erschienen. „Klar“, sagt Peters, „die haben ja auch eine ganz andere Lichtverteilung als eine Straßenlaterne.“ Und wenn dann auch noch Glühbirnen an den Schnuppen ausfielen, seien die Bedenken der Bürger durchaus berechtigt.

Aus Peters’ Sicht sollte man die Weihnachtsbeleuchtung künftig als Ergänzung der Straßenbeleuchtung sehen und nicht als deren Ersatz. Schon aus Sicherheitsgründen. „Jeder meckert über die Sterne, und man steht unter dem Druck, dass sie funktionieren müssen“, sagt der EWG-Vorsitzende, „und das ist eine Verantwortung, die ich eigentlich nicht übernehmen möchte.“

Von Ines Bräutigam

Auch interessant

Kommentare