Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung im historischen Ebstorfer Ortskern

Wehren löschen am Domänenplatz

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Glück im Unglück: Bei dem Brand im Fachwerkhaus am Ebstorfer Domänenplatz wurde niemand verletzt und der Sachschaden fiel mit etwa 20 000 Euro verhältnismäßig gering aus.

Ebstorf. Bange Blicke und Blaulicht: Ein Wohnungsbrand im historischen Ortskern des Klosterfleckens Ebstorf versetzte gestern Vormittag Einwohner und Feuerwehren in Aufruhr.

Das Feuer war gegen 8.30 Uhr in der Küche im Dachgeschoss eines Fachwerkhauses – dem Almschen Haus – am Ebstorfer Domänenplatz ausgebrochen. Brandursache war nach Polizeiangaben ein angelassener Elektro-Herd. „Wir ermitteln wegen fahrlässiger Brandstiftung“, erklärt Polizeisprecher Kai Richter auf AZ-Nachfrage. Der Sachschaden wird auf 20 000 Euro geschätzt.

Die Mieter der betroffenen Dachgeschosswohnung waren bei Ausbruch des Feuers nicht zuhause. Beide lernten wenige Straßen weiter an der Fachoberschule Agrar- und Forstwirtschaft der Ebstorfer Georgsanstalt. Nachbarn bemerkten den Rauchgeruch im Flur des denkmalgeschützten Hauses. Sie verständigten Vermieter und Gebäudeinhaber Max Raabe, der gemeinsam mit seiner Partnerin und seinen Eltern nebenan – im historischen ehemaligen „Herrenhaus“ der Klosterdomäne – wohnt. „Ich hatte erst noch überlegt, selber mit dem Feuerlöscher reinzugehen“, berichtet Max Raabe. „Wir liefen in das Haus hinüber. Als wir dort ankamen, war die Wohnungstür schon ganz schwarz“, schildert seine Freundin.

Mehr als 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei wurden zu dem denkmalgeschützten Gebäude alarmiert. Eingeteilt in zwei Löschtrupps brachten die Feuerwehrleute aus Bad Bevensen, Ebstorf, Hanstedt I, Melzingen, Natendorf, Stadorf und Wriedel-Schatensen den Brand unter Kontrolle. Etwa 50 Liter Löschwasser flossen in das historische Gebäude. Etwa ein halbes Jahr wird wohl verstreichen, bis die Zimmer wieder bewohnbar sind, schätzt Max Raabes Vater Jürgen.

Das ehemalige „Almsche Haus“ ist bereits das zweite Haus im historischen Ortskern Ebstorfs, das die Familie Raabe unter ihre Fittiche genommen hat. Jürgen und Jutta Raabe hatten das ehemalige „Herrenhaus“ vor 13 Jahren gekauft und aufwendig, denkmalgerecht restauriert. Es steht direkt neben dem „Almschen Haus“, zu dem gestern die Brandschützer ausrückten.

Das „Almsche Haus“ wird gerade aufwendig saniert. Max Raabe möchte in der historischen Hofstelle, die einst die Molkerei der Ebstorfer Domäne beherbergte, einen Erlebnisbauernhof einrichten. In zwei Jahren sollen die ersten Besucher auf dem künftigen Lehrbauernhof für historisches Handwerk und Lebenskultur sensibilisiert werden (die AZ berichtete). Zudem sind Seminarräume und Ferienwohnungen geplant. Sieben Wohnungen gibt es derzeit in dem ehemaligen „Almschen Haus“ – und in einer dieser Einheiten ist das Feuer ausgebrochen.

Von Wiebke Brütt

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