„Das dauert eben seine Zeit“

Warten auf die Fenster: Verzögerung bei der Sanierung der Bodwede-Schule

Das Erbauungsjahr 1835 des früheren Oberförster-Dienstgehöfts tauchte unter der Verkleidung auf.
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Das Erbauungsjahr 1835 des früheren Oberförster-Dienstgehöfts tauchte unter der Verkleidung auf.
  • Gerhard Sternitzke
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Ebstorf – Seit Monaten ist sie den Blicken der Ebstorfer entzogen: Hinter einer Bauplane laufen Sanierung und Umbau der ehemaligen Bodwede-Schule zur Kindertagesstätte (AZ berichtete). Die Fertigstellung hat sich erneut verzögert.

Der Grund: Bevor die Fenster geliefert werden, geht es nicht weiter. Deshalb konnte Gemeindeingenieur Thorsten Brinck im Fleckenrat am Montag nur unbestimmt ankündigen, dass die neue Kita 2021 fertig wird.

„Es gibt Materiallieferprobleme“, berichtet Brinck auf AZ-Nachfrage. Denn die neuen Lärchenholzfenster gibt es nicht von der Stange. Zunächst musste ein Musterfenster angefertigt werden, das zeigt, wie es sich mit seinen Proportionen in die denkmalgeschützte Fachwerkfassade einfügt. Nun wartet man auf die anderen Sprossenfenster. Bevor die Fenster aber nicht eingebaut seien, können auch die Handwerker im Innenausbau, etwa mit Putz- und Malerarbeiten, nicht sinnvoll weitermachen.

Verzögerungen gab es auch bei der Sanierung der Wände. „Teilweise haben sich erst nach Abnahme der Schieferfassade Schäden am Fachwerk gezeigt“, erklärt Brinck. Einzelne Balkenabschnitte wurden ausgetauscht. Für ein Alter von 185 Jahren sei die Bausubstanz trotzdem in einem vergleichsweise guten Zustand, betont Brinck. „Natürlich findet sich in alten Gebäuden ein Ungemach, mit dem man vorher nicht rechnen konnte.“

Eine Überraschung positiver Art ergab sich auf der Rückseite des Gebäudes. Da tauchte unter den Schindeln das Erbauungsjahr 1835 auf. Sie ist in dem Balken über dem Oberlicht der Tür eingeschnitzt. Lange diente das Haus als Oberförster-Dienstgehöft. Durch die Hintertür gelangte der Amtsinhaber zur Zinskornscheune, die ebenfalls zu seinem Hof gehörte. Sein Amtssitz wird zum Abschluss wieder wie früher einfarbig gestrichen, und zwar cremegelb.

Die neuerliche Verzögerung nimmt Gemeindedirektor Hans-Peter Hauschild entspannt: „Das dauert eben seine Zeit.“

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