Umbau der Bodwedeschule zur Kita verzögert sich / Betrieb startet wohl erst zum 1. April 2019

Warten auf die Denkmalschützer

Am Haupteingang der Bodwedeschule soll ein barrierefreier Zugang entstehen. Diese und andere Maßnahmen haben den Start des Kindergartenbetriebs in dem Gebäude deutlich verzögert.

Ebstorf. Zu einer endlosen Geschichte soll der geplante Umbau der Ebstorfer Bodwedeschule nicht werden.

Allerdings muss Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf einräumen, dass es mit dem Einzug einer Kindergartengruppe in das Erdgeschoss des Gebäudes am Eingang zum Domänenplatz in diesem Sommer definitiv nichts mehr wird. „Der Kindergarten wird die Räume wohl zum 1. April 2019 beziehen können“, sagt er im AZ-Gespräch. Bis dahin werden die Kinder übergangsweise im DRK-Haus am Domänenplatz betreut.

Eigentlich sollte der Kindergartenbetrieb in der Bodewedeschule schon zum Anfang dieses Monats starten. Doch im März zeichnete sich ab, dass der Zeitplan nicht zu halten sein wird. Von zwei bis drei Monaten Verzögerung war damals noch die Rede. Inzwischen ist auch diese Schätzung wieder Makulatur.

„Es lief alles so gut an“, sagt Wilhelm Oelstorf, „es wird aber alles zunehmend komplizierter.“ Grund dafür sind notwendige Arbeiten an dem Gebäude, die dem Denkmalschutz gerecht werden müssen.

Denn für den Umbau der einstigen Förderschule kann der Klosterflecken Ebstorf im Rahmen des städtebaulichen Denkmalschutz-Förderprogramms Zuschüsse erhalten. Die gibt es allerdings nur, wenn gewisse Vorschriften eingehalten werden. Und derer bieten die Denkmalschützer diverse.

Die Rückseite der ehemaligen Bodwedeschule muss erneuert werden, weil die derzeitige Verkleidung Asbest enthält.

So wurde lange Zeit untersucht, in welcher Form die Rückseite der einstigen Bodwedeschule gestaltet werden kann – die derzeit dort angebrachte Verkleidung ist nämlich asbesthaltig und muss verschwinden. „Also wurde geguckt, wie die Schule früher einmal aussah“, erklärt Wilhelm Oelstorf. Fragen, ob – wie früher vorhanden – wieder eine Dachgaube gebaut oder ein Schornstein aufgesetzt werden solle, standen im Raum.

Dann schaltete sich der Landkreis Uelzen ein: Der Haupteingang müsse barrierefrei hergerichtet werden, hieß es da. Und: Wolle man künftig auch die Räume im Obergeschoss des Gebäudes nutzen, müsse ein zweiter Fluchtweg her. Sprich: eine Außentreppe. Letzteres ließ die Denkmalschützer wieder aufhorchen – schließlich müsse die Gestaltung einer solchen Außentreppe im Sinne des Denkmalschutzes erfolgen.

„Nach Monaten haben wir noch immer keine abschließende Lösung für die Gestaltung“, bedauert Gemeindedirektor Oelstorf, „wir haben jetzt schon ein halbes Jahr verloren.“ Und auch, wenn er „guter Dinge“ sei, dass sich in absehbarer Zeit die Dinge fügen, will er nun Nägel mit Köpfen machen: „Der Bauantrag muss jetzt gestellt werden.“ Ungeachtet der Sache mit einer eventuellen Feuertreppe. Schließlich solle zunächst sowieso nur das Erdgeschoss des Gebäudes genutzt werden. Alles Weitere könne man dann auch nachträglich regeln, findet Oelstorf.

Was die grundsätzliche Gestaltung der alten Bodwedeschule angeht: Die werde nach der Umgestaltung ohnehin kaum wiederzuerkennen sein. „Das wird ein Gebäude mit einem völlig neuen Gesicht“, sagt Wilhelm Oelstorf. So werde das Fachwerk künftig nicht mehr sichtbar sein, weil die Fassade einen monochromen Anstrich erhalte. „So hat das Gebäude auch in früheren Zeiten ausgesehen.“

Von Ines Bräutigam

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