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Ebstorfer Waldemar weitet Öffnungszeiten massiv aus

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Von: Lars Lohmann

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Das Schwimmbecken des Waldemar in Ebstorf
Durch die Ausweitung der Öffnungszeiten im Waldemar konnten 22 Hallenzeiten an Vereine und Schulen vergeben werden. © Buhr

Die Öffnungszeiten im Ebstorfer Waldemar werden unter der Woche massiv ausgeweitet, um der großen Nachfrage von Schulen und Vereinen gerecht zu werden. Der reguläre Badebetrieb soll trotzdem aufrechterhalten werden.

Ebstorf - 22 Hallenzeiten konnten im Ebstorfer Waldemar für Schulen und Vereine vergeben werden. Möglich machen das verlängerte Öffnungszeiten unter der Woche. Das berichtete jetzt Badleiter Dominik Wolf im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. So soll das Bad unter der Woche von 6 bis 21.30 Uhr öffnen. Wobei abends vor allem Vereine in der Halle sein werden. Damit wird laut Wolf morgens gegen 5.30 Uhr mit der Arbeit begonnen, während abends, wenn alles gut läuft, der letzte Mitarbeiter gegen 22 Uhr das Bad verlassen wird. Die Sauna bleibt, um Energie einzusparen, geschlossen.

„Die Nachfrage ist groß, wir haben versucht, so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen“, erklärte er den Anwesenden. Da aber das Waldemar mit seinen vier 25-Meter-Bahnen nur ein Drittel der Schwimmfläche des Badue aufweist – 250 statt 750 Quadratmeter –, habe man auch zwei Schulen und einem Verein absagen müssen. Neu hinzugekommen sind zum Beispiel das Herzog-Ernst-Gymnasium und ein Kurs des Post SV Uelzen für Demenzkranke. Außerdem werden so viele Schwimmkurse wie möglich und auch Wassergewöhnungskurse im Bad angeboten. Die Schulen werden ab dem 20. September ins Waldemar kommen, die Vereine ab 26. September. Außerdem ist ein Intensivschwimmkurs in den Herbstferien geplant.

Gleichzeitig kündigte Wolf an, dass die Auszubildenden des Badues im Waldemar unterrichtet und eingesetzt werden. „Ohne die nötigen Nachweise könnten sie ansonsten ihre Ausbildung nicht beenden“, erklärte Wolf. Daher habe man dort nicht lange überlegt, auch in Anbetracht des Fachkräftemangels.

Ob weiteres Personal aus dem Badue eingesetzt werden kann, ist hingegen nicht sicher. „Grundsätzlich ist die Bereitschaft, uns zu unterstützen, von der Seite der Stadtwerke her da. Aber es muss rechtlich auch sauber geregelt sein“, sagte Samtgemeindebürgermeister Martin Feller. So könne nicht Personal fürs Waldemar aus dem Badue abgestellt werden, wenn im Badue Kurzarbeit gelte. Insgesamt werde es eine herausfordernde Aufgabe, die Öffnungszeiten während der kalten Jahreszeit zu garantieren. „Vor allem Corona kann schnell für Personalengpässe sorgen. Es ist alles so eng gestrickt, dass es auch mal zu Schließungen kommen kann“, erklärte Feller.

Damit hat die Verwaltung in Absprache mit der Politik dem Antrag der CDU/FPD-Gruppe vorgegriffen, der längere Öffnungszeiten und eine Kooperation mit dem Badue für das Waldemar forderte. Diesem stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

Übergreifend befand die Politik die verlängerten Öffnungszeiten und das Konzept für gut. Andreas Czerwinski (CDU) und Hannes Henze (SPD) regten aber an, bei den angebotenen Schwimmkursen bei den Zeiten nachzujustieren und auch eine Bahn bis 18 Uhr dafür einzuplanen. „Es gibt viele berufstätige Eltern, die ihr Kind sonst nicht zum Schwimmunterricht schicken können“, sagte Henze. „Eine Bahn später bis 18 Uhr würde ich unterstützen, sonst ist mir das zu wenig“, erklärte auch Czerwinski. Die Verwaltung werde das prüfen, versprach Feller.

Abgelehnt wurde hingegen der Antrag der SPD/Linke-Gruppe, indem neben der Sicherung der Öffnungszeiten auch eine Vergünstigung der Schwimmkurse von 80 auf 40 Euro gefordert wurde. Ein weiterer Antrag der Gruppe auf kostenlose Schwimmkurse wurde zurückgezogen und soll durch einen Prüfauftrag ersetzt werden, welche Möglichkeiten zur Vergünstigung von Schwimmkursen es gibt.

Die Verwaltung erklärte, dass in Angesicht einer angespannten Haushaltslage kein kostenloser Schwimmkurs möglich sei. Zumal laut Kämmerin Regina Klocke bei einem Gutschein-System die Samtgemeinde weiterhin Umsatzsteuer zahlen muss und damit den Haushalt belastet. Außerdem sei es personell nicht darstellbar, das Gutscheinsystem auf die Beine zu stellen.

„Grundsätzlich können wir das alles nicht kostenlos stellen, das geht haushaltsmäßig nicht. Wir können uns das zu diesem Zeitpunkt einfach nicht leisten“, sagte auch Czerwinski.

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