Ebstorfs CDU fordert Konsequenzen

Wald-Kita soll umziehen – Wolfsbüro relativiert Vorfall bei Weste

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Waldkindergarten-Alltag: Die CDU Ebstorf möchte, dass die Kinder vorübergehend umziehen – wegen des Wolfs. Am Dienstagvormittag hatte sich ein Wolf bei Weste einer Läuferin genähert (kleines Foto).
  • VonInes Bräutigam
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Ebstorf. Die Meldung, dass sich am Dienstagvormittag ein Wolf bei Weste einer Läuferin bis auf 30 Meter genähert hat, lässt bei der CDU-Fraktion im Klosterflecken Ebstorf endgültig die Alarmglocken schrillen: Die Christdemokraten haben jetzt beantragt, die Gruppen des örtlichen Waldkindergartens mit sofortiger Wirkung aus dem Waldgebiet Arnsberg abzuziehen.

„Uns liegt es fern zu polarisieren“, betont Ulf Schmidt, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ebstorfer Rat, „es geht uns maßgeblich um die Sicherheit der Kinder im Wald.“ Denn auch in und um Ebstorf hatte es, wie berichtet, in den vergangenen Wochen mehrere Risse von Schafen gegeben, die mit aller Wahrscheinlichkeit dem Wolf zuzuordnen sind. Unter anderem lag eine der betreffenden Schafweiden in Ortslage in unmittelbarer Nähe zu einem Kinderspielplatz.

(Hinweis zum Video: Am Anfang des Videos ist das Datum "28. Februar 2016" eingeblendet. Das ist leider falsch. Das Video entstand am 28. Februar 2017. Wir bitten um Entschuldigung.)

Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat unterdessen das Video mit der Wolfsbegegnung vom Dienstag gesichtet und „das Verhalten des wahrscheinlich jungen Wolfes als nicht problematisch“ bewertet. „Eine gezielte Annäherung des Wolfs an den Menschen ist nicht erkennbar“, heißt es in einer Pressemitteilung des NLWKN.

Das Wolfsbüro weist darauf hin, dass abwandernde Jungwölfe auch in anderen Regionen Niedersachsens auftreten könnten. „Wie andere Wildtiere auch meiden sie eher den Kontakt zu Menschen“, erläutert die Wolfs-Expertin Nicola Georgy aus dem Wolfsbüro. „Wölfe akzeptieren Siedlungsbereiche als Bestandteile ihres natürlichen Lebensraums, sie sind nicht auf Wildnis-Gebiete angewiesen. Sie laufen daher nicht nur durch den Wald, sondern queren auch offene Felder oder Straßen oder nutzen menschliche Strukturen wie Feld- oder Waldwege, auf denen es sich kraftsparend laufen lässt.“

Bei der Situation in der Nähe von Weste habe keine Gefahr bestanden, ergänzt NLWKN-Sprecherin Herma Heyken. Experten, die das Video gesichtet hatten, seien sich da sicher. „Aber es ist verständlich, dass die Leute in der Situation Angst hatten“, räumt Heyken ein. Letztlich habe es sich aber um „ein zufälliges Kreuzen von Mensch und Tier“ gehandelt – wobei der Wolf erst auf den Menschen aufmerksam geworden sei, als man angefangen habe, ihn anzuschreien.

Von Ines Bräutigam

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