Veterinäramt ermittelt

Vorfall in Tätendorf-Eppensen: Staffordshire-Terrier beißt Hund tot

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Yorkshire-Mischling Bruno wird von einem Staffordshire-Terrier angegriffen und verstirbt in einer Ebstorfer Tierarztpraxis. Der Angreifer ist offenbar nicht gemeldet.

Tätendorf/Eppensen – Blutige Begegnung beim Gassigehen: Ein Yorkshire-Mischling wird am Donnertsagnachmittag in Tätendorf-Eppensen von einem Staffordshire-Terrier angegriffen und so schwer verletzt, dass das Schoßhündchen in einer Ebstorfer Tierarztpraxis verendet.

Laut Polizeisprecher Kai Richter sind beide Tiere zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens auf einem Bürgersteig an der Straße Auf dem Kampen angeleint.

Den Staffordshire-Terrier führt ein Junge zusammen mit einem zweiten Hund. Der Terrier reißt sich jedoch los und greift den entgegenkommenden Hund, der von einer Seniorin geführt wird, an.

Eigentümerin Silke Neubauer ist schockiert über den gewaltsamen Tod ihres Hundes, der auf den Namen Bruno hörte. „So was darf nicht passieren. Wenn die Besitzer nicht geeignet sind, können sie sich so ein Tier nicht anschaffen“, sagt die 49-jährige Krankenschwester, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs in einer Reha befand. Der Hund hätte auch nicht ohne Maulkorb auf die Straße geführt werden dürfen, ist sie überzeugt.

Die Hundebesitzerin berichtet weiter, ihre Mutter, die den etwa neunjährigen Hund ausführte, habe noch versucht, Bruno auf den Arm zu nehmen. Da der Staffordshire-Terrier sie jedoch angesprungen habe, sei das nicht mehr möglich gewesen. Sie habe einen Schock erlitten.

Staffordshire-Terrier. (Symbolfoto)

Auch das Veterinäramt des Landkreises beschäftigt die Beißattacke. „Laut Auskunft der Samtgemeinde und laut dem Niedersächsischen Hunderegister sind auf den Namen der Hundebesitzerin nur ein Old English Bulldoge, aber keine Staffordshire-Terrier gemeldet. Bisher liegen dem Veterinäramt keine Anzeigen, Informationen oder Mitteilungen über den Hund vor“, teilt Kreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage mit. „Da der Hund bisher nicht ‘auffällig’ war, gab es auch keine Auflagen seitens des Veterinäramtes oder der zuständigen Samtgemeinde. Ein Wesenstest für den Hund liegt ebenfalls nicht vor. Ein Maulkorbzwang ist bisher nicht angeordnet, da bisher nicht auffällig.“

Anders als in anderen Bundesländern wird die Gefährlichkeit eines Hundes in Niedersachsen nicht nach der Rasse, sondern nach dem Verhalten beurteilt. „Solange ein Hund aufgrund eines Vorfalls seitens der zuständigen Behörden nicht als gefährlich eingestuft wurde, gelten die allgemeinen Vorgaben des Niedersächsischen Hundegesetzes“, betont Theine.

Danach muss jeder Hundehalter/Hundehalterin sachkundig sein. Zudem muss jeder Hund über sechs Monate mit einem Transponder gekennzeichnet sein, eine Haftpflichtversicherung besitzen und ab einem Alter von sieben Monaten im Niedersächsischen Hunderegister registriert sein.

Erst wenn ein Hund nach einem Vorfall als gefährlich eingestuft wird, muss das Tier einen Wesenstest bestehen und der Hundehalter seine Zuverlässigkeit und Sachkunde nachweisen. Als gefährlich eingestufte Hunde mit Ausnahmegenehmigung dürfen nur von Menschen ab 18 Jahre gehalten und ausgeführt werden.

VON GERHARD STERNITZKE

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