Ebstorfs blaue Schafe: Weitere Beschädigungen und ein „Bekennerschreiben“

Völlig von der Wolle

Die blauen Kunst-Schafe in Ebstorf wurden kräftig malträtiert – zurzeit werden sie wieder hergerichtet. Fotos: Bräutigam/privat
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Die blauen Kunst-Schafe in Ebstorf wurden kräftig malträtiert – zurzeit werden sie wieder hergerichtet.
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Ebstorf. „Der zweibeinige Wolf ist zurückgekommen. . .“

Ulrike Beß nimmt es mit einer besonderen Art Humor, dass sich Unbekannte nun auch noch an den letzten beiden blauen Schafen vergriffen haben, die sie als Teil einer europaweiten Kunstinstallation vor ihrem Haus in Ebstorf aufgestellt hatte (AZ berichtete). „Ein Schaf wurde fein säuberlich abmontiert, das andere mit brachialer Gewalt aus der Verankerung gerissen“, sagt Ulrike Beß. Beide Tiere stellten die Unbekannten anschließend so auf, dass Beß ihnen am nächsten Morgen direkt in die blauen Gesichter blickte. „Sie wurden mit Blick auf unsere Haustür platziert. “ So geschehen in der Nacht zum vergangenen Sonntag.

Und es wird noch kurioser: Wie berichtet, war schon in der vergangenen Woche ein Tier des Schaf-Trios gestohlen worden. Und auch mit ihm geschah Wundersames. „Schaf Nummer 1 ist wieder aufgetaucht“, berichtet Ulrike Beß der AZ. „Mit einem Bekennerschreiben.“

Das gestohlene Schaf war mit diesem Zettel wieder aufgetaucht.

Dem entführten Schaf war ein Zettel angeheftet worden, dessen Aufschrift sich so liest: „SORRY / aber echt jetzt Mal / Gebt das Hanf FREI / MFG HiP“. Den Zettel hat Ulrike Beß’ Mann anschließend zur Polizei gebracht. Als Beweismittel. Denn eine Anzeige wegen Sachbeschädigung läuft. Schließlich kosten die drei blauen Schafe zusammen an die 500 Euro.

Nach dem Übergriff auf der erste Schaf war Ulrike Beß schon ins Grübeln gekommen. „Ich konnte das bisher Jugendlichen nicht so zuordnen“, sagt sie. Aufgrund des zettels glaubt sie nun jedoch eher an einen Dumme-Jungen-Streich.

Nun müssen ihre blauen Schafe erstmal Wunden lecken. Vor allem das dritte, „arg verletzte Tier“ müsse wieder auf Vordermann gebracht werden, schildert Ulrike Beß die Verletzungen an der Schafwolle aus Polyesterharz. Zur Erholung stehen die Kunststücke nun im Beßschen Garten. Aber nur vorübergehend. „Die Schafe werden jetzt wieder hergerichtet, und sie werden auch wieder aufgestellt“, kündigt Ulrike Beß an. Wenn sie sich von ihren Strapazen erholt haben.

Von Ines Bräutigam

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