Vier Tage im Katastrophenmodus

Telekom schaltet Mobilfunkantennen in Ebstorf ab / Keine Information im Vorfeld

Dietrich Zarft in einem seiner Mietwagen
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Für Gewerbetreibende wie Dietrich Zarft, der in Ebstorf einen Mietwagenservice betreibt, ist der Ausfall des Mobilfunknetzes eine Katastrophe.

Das Handy ist tot. Nur übers Festnetz ist Dietrich Zarft erreichbar. Für den Inhaber eines Mietwagenservices und eines Pflegendienstes in Ebstorf eine Katastrophe. Seit dem Morgen des 22. November, vier Tage lang, ist das Mobilfunknetz der Telekom im Klosterflecken tot.

Ebstorf – Viele Kunden, die das Handy nutzen, können keinen Wagen buchen oder erreichen Zarft nicht. Und der hat wiederum keinen Kontakt zu seinen Fahrern, wenn diese auf Tour sind. Die Ursache sind Arbeiten am Antennenstandort Galgenberg am Sportplatz.

„Das ist geschäftsschädigend“, schimpft Zarft. „Fast alles läuft über das Handy. Viele Leute haben nur noch Handys.“ Glück im Unglück für den Selbstständigen: Überwiegend erledigt er Krankenfahrten, die teilweise fest gebucht sind. „Wir haben uns ja damit abgefunden, wenn wir nach Lüneburg fahren, dass wir fünfmal unterbrochen werden“, meint Zarft. „Wir sind im Tal der Ahnungslosen.“

Selbstständige und Mitarbeiter nicht erreichbar, Scheckkartengeräte fallen aus

„Das Handynetz ist gleich null“, bestätigt auch Daniel Kötke, Vorsitzender der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft. „Gerade wenn man als Selbstständiger arbeitet, ist das eine mittelschwere Katastrophe, wenn man nicht erreichbar ist und seine Mitarbeiter nicht erreichen kann.“ Er verweist auch auf die Nachtbereitsschaft der Pflegedienste, aber auch über die Scheckkarten-Lesegeräte in Geschäften, die jetzt außer Funktion sind, weil sie die Daten über Mobilfunk übermitteln. Über 20 ältere Menschen suchten sein Geschäft „Bits and Bytes“ auf, weil sie annahmen, dass ihr Handy kaputt ist.

Was Daniel Kötke besonders ärgert, ist die Informationspolitik der Netzbetreiber. „Das ist eine richtige Glanzleistung, ohne Vorankündigung! Wir sind alle bedient.“ Wenn es eine gute Erklärung für die mehrtägige Abschaltung gebe, hätte das jeder verstanden, aber das habe der Konzern nicht für nötig gehalten.

Arbeiten an Antennenstandort

„Ich kann bestätigen, dass bei dem von Ihnen beschriebenen Mobilfunkstandort zurzeit ein Techniktausch an der Antenne stattfindet. Vor Ort musste dafür die Stromversorgung des Antennenstandortes abgeschaltet werden“, teilt Telekom-Sprecher Dominik Sechser mit. Dies erfolge aus Sicherheitsgründen für die Arbeiten. „Unsere Mobilfunkstandorte werden von uns regelmäßig überprüft und fortlaufend modernisiert - nur so können wir eine zuverlässige Netzabdeckung und hohe Netzqualität für unsere Kundinnen gewährleisten“, so Sechser weiter. „Für diese Arbeiten findet sich leider nie der richtige Zeitpunkt.“, sagt der Telekom-Sprecher.

Wo es möglich sei, übernähmen für die Dauer der Arbeiten benachbarte Antennen-Standorte die Übertragung. In Ebstorf sei das leider nur bedingt umsetzbar. Eine Vorabinformation sei nur eingeschränkt möglich. Die Arbeiten sollen heute abgeschlossen werden. Für die Unannehmlichkeiten bittet Dominik Sechser um Entschuldigung.

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