Klosterflecken Ebstorf muss für Feste im Jubiläumsjahr mehr als 50 000 Euro draufzahlen

Viel Lob, aber großes Defizit

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Diese beiden kleinen Wikinger haben zusammen mit ihrer Oma im vergangenen Jahr den Mittelaltermarkt am Kloster besucht. Finanziell lief das Jubiläumsjahr 2017 in Ebstorf allerdings nicht ganz so wie geplant.

Ebstorf. 1200 Jahre Klosterflecken Ebstorf – dieses Jubiläum wurde im vergangenen Jahr gebührend gefeiert. Wie berichtet, stieg ein Heidebeben mit Neue-Deutsche-Welle-Musik auf dem Schützenplatz, auf dem Klosterplatz wurde ein Mittelaltermarkt beziehungsweise Klosterfest gefeiert, der Weihnachtsmarkt versprühte besondere Feierlichkeit und dazu gab es eine Vielzahl weiterer kleinerer Feste.

Alles sei „hervorragend“ gelaufen, stellte Tekin Aras, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus, am Mittwochabend fest. „Aber ob das auch finanziell so war. . . ?“.

Die Antwort lieferte Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf. Insgesamt habe man 60 000 Euro für die Festivitäten im Jubiläumsjahr eingeplant und mit 40 000 Euro Einnahmen gerechnet. Am Ende seien 119 800 Euro ausgegeben und 67 600 Euro eingenommen worden. Mit einem Minus von mehr als 52 000 Euro liege man also deutlich über dem eigentlich geplanten Zuschuss von 20 000 Euro, so Oelstorf.

So ganz dramatisch ordnete der Gemeindedirektor diese Entwicklung letztlich aber nicht ein. Schließlich sei es das erste Jubiläumsjahr in diesem Format gewesen. „Uns fehlte einfach die Erfahrung“, so Oelstorf. Einige Veranstaltungen hätten sich finanziell getragen, andere nicht. Zu letzteren gehört „A Walk In The Park“. Das Kleinkunstfestival im Domänenpark habe nur wenige Besucher gesehen. Vor allem die Ebstorfer selbst blieben dem Fest fern, die meisten Gäste kamen von außerhalb. Und die, die dort waren, seien begeistert gewesen, betonen Oelstorf und Ebstorfs Tourismusleiterin Angela Geschonke. Im Turnus von zwei, drei Jahren könnte man Veranstaltungen wie den Mittelaltermarkt/Klosterfest und das Heidebeben wiederholen. Und Catharina Förster (CDU) lobte vor allem die Klosterdamen, die sich mit großer Offenheit und viel Einsatz in die Veranstaltungen vor ihrer Haustür eingebracht hätten.

Auch der Weihnachtsmarkt, der im vergangenen Jahr zum zweiten Mal auf dem Klostervorplatz veranstaltet wurde, habe sich an dieser Stelle etabliert. Allerdings sei am Ende auch hier ein Minus herausgekommen. Weil einige Aussteller wegen des schlechten Wetters und nicht wasserfester Zelte Probleme bekommen hatten, mochte man ihnen nicht die volle Standgebühr berechnen, erläuterte Angela Geschonke den Ausschussmitgliedern. Mehr als 500 Euro müsse man daher zuschießen. Die werde wohl der Verein „Urlaubsregion Ebstorf“ tragen müssen, da die Gemeinde bereits einen Zuschuss von 1000 Euro leiste.

Für Hans-Peter Hauschild ging das gar nicht. „Es ist nicht originäre Aufgabe des Vereins, den Weihnachtsmarkt zu veranstalten und dann auch noch ein Defizit zu tragen“, befand er. Sein Antrag: Der Klosterflecken solle die gut 5000 Euro übernehmen. „Schließlich ist der Weihnachtsmarkt ein Aushängeschild für uns alle.“ Und für dieses Jahr solle dafür gesorgt werden, dass kein weiteres Defizit entstehe. Grundsätzlich befürworteten die Ausschussmitglieder diese Haltung. Die politischen Fraktionen sollen darüber beraten und in Kürze eine Entscheidung treffen.

Von Ines Bräutigam

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