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Vereinigte Saatzuchten Ebstorf wollen Lupinenkaffee produzieren

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Frauke Bauermann mit einer Lupine.
Frauke Bauermann von den Vereinigten Saatzuchten Ebstorf hatte die Idee, Kaffee aus Lupinen zu produzieren. © Sternitzke, Gerhard

Die Farbe in der Tasse stimmt, braun wie Kaffee. Der Geschmack ist ähnlich, aber süßer. Beim Ortstermin bei den Vereinigten Saatzuchten Ebstorf (VSE) wird eine Tasse Lupinenkaffee serviert. Noch stammt das Produkt aus fremder Produktion, aber drei Landwirte bauen den Tiefwurzler bereits für den ersten Ebstorfer Lupinenkaffee an.

Ebstorf – Damit hat die Genossenschaft nach Tulpen und Faserhanf bereits das nächste Pionierprojekt gestartet, mit dem neue Einkommensquellen für die Mitgliedsbetriebe erschlossen werden sollen.

Im Versuchsgarten an der Bahnhofstraße zieht Frauke Bauermann ein Pflänzchen mit den typischen fächerförmigen Blättern heraus. An den Wurzeln sind die Knöllchen sichtbar, in denen Bakterien Stickstoff produzieren. Die Abteilungsleiterin für Getreidehandel hatte die Idee für das neue Produkt, das in Großstädten als Trendgetränk gilt.

Bessere Preise für Nahrungsmittel

Lupinen werden bereits jetzt angebaut – als Futtermittel und als Bodenverbesserer, weil sie Stickstoff anreichern und mit ihren langen Wurzeln die Erde lockern. Für menschliche Nahrungsmittel lassen sich jedoch wesentlich bessere Preise erzielen. „Ich denke, je regionaler, desto besser“, sagt Frauke Bauermann. „Die Alternative ist: vor Ort anbauen.“ Auch eine Hamburger Rösterei hat sie bereits gefunden, die Erfahrung mit den wesentlich härteren Bohnen hat. Vertreiben will die VSE den Lupinenkaffee über die eigenen Gartenmärkte.

Coffein- und säurefreier Kaffeeersatz

Allerdings steigen auch die Anforderungen. „Wir brauchen richtig weiße Bohnen“, berichtet die Abteilungsleiterin. Die Bohnen aus dem vergangenen Jahr wiesen braune Flecken auf, weil sie zu viel Regen abbekommen hatten. Stimmt die Qualität, dann kann das neue Produkt jedoch punkten, denn den Lupinenkaffee kann man, weil coffeinfrei, auch vor dem Schlafengehen konsumieren, und Herz- oder Magenkranke profitieren von der neuen, säurearmen Alternative zum Kaffee. Später sind andere Nahrungsmittel aus Lupinen denkbar wie Brotaufstriche.

„In der Vergangenheit haben wir von der Masse gelebt. Das Spannende ist, dass man mit kleineren Mengen eine höhere Wertschöpfung erzielen kann“, betont Geschäftsführer Dr. Christoph Hauser, der seit seinem Start auf neue Anbauprodukte setzt. Welche Pflanzen am Ende für die Heide passen – im Versuchsgarten stehen auch Sojabohnen, Fenchel, Ringelblumen, Sonnenblumen, Lavendel und Hopfen – wird sich zeigen. „Im Moment haben wir das Problem“, sagt Hauser mit einem Grinsen. „Es funktioniert alles.“

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