„Es wäre eine Todsünde“

313 Unterschriften gegen Farbkonzept für die Bodwede-Schule

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„Das Fachwerk darf nicht überstrichen werden“: Hermann Billung-Meyer vor der Farbprobe.

Ebstorf – Farbe sorgt für Aufruhr in Ebstorf. In einem hellen Ocker soll die ehemalige Bodwede-Schule gestrichen werden, die zum Kita-Gebäude umgebaut wird – wohlgemerkt, nicht nur die Steine, sondern die gesamte Fassade, einschließlich Fachwerk.

Das bringt die Bürger auf den Plan. Innerhalb einer Woche wurden 313 Unterschriften im Klosterflecken gesammelt, die jetzt an Bürgermeister Heiko Senking übergeben wurden. Die Forderung: Die Balken sollen dunkelbraun bleiben.

„Es wäre eine Todsünde, so etwas zu machen“, sagt Hermann Billung-Meyer. „Verstehen kann das keiner.“ Mit dem gewöhnungsbedürftigen Anstrich will das Bauamt den Ursprungszustand aus dem 18. Jahrhundert wiederherstellen, eine Forderung der Denkmalpflege. Damals waren Gebäude höhergestellter Personen wie die alte Oberförsterei einfarbig gestrichen. Eine Restauratorin hatte den konkreten Farbton freigelegt.

Hermann Billung-Meyer und die anderen Bürger hat das nicht überzeugt. „Sonst arbeitet man Fachwerk heraus. Das ist etwas, was zu erhalten ist“, gibt der Rentner zu bedenken, der selbst in Stadorf in einem Fachwerkhaus lebt. Der Bau harmoniere mit anderen Fachwerkgebäuden im Ebstorfer Ortskern. Und so, wie sie jetzt gestrichen sei, sehe die ehemalige Bodwede-Schule auch gut aus. „Es sieht perfekt aus. Das soll bleiben“, findet der 67-Jährige.

Mit ihrer Forderung richten sich die Bürger vor allem an das Landesamt für Denkmalpflege. Sie hoffen, dass die Behörde ihre Forderung nach dem hellen Ocker noch einmal überdenkt. stk

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