Heike Best hat auf ihrem Grundstück Benjeshecken angelegt

Ein Unterschlupf fürs Rotkehlchen in Ebstorf

Heike Best (57) mit Dackel Willi an der neuen Benjeshecke, die sie vor ihrem Haus in Ebstorf anlegt.
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Heike Best (57) mit Dackel Willi an der neuen Benjeshecke, die sie vor ihrem Haus in Ebstorf anlegt.

Ebstorf – Für Dackel Willi ist die Hürde zu hoch, dabei ist die Abgrenzung vor dem Haus noch gar nicht fertig. Äste und Zweige ganz unterschiedlicher Länge und Dicke liegen da zwischen zwei Reihen von Holzpfosten geschichtet, breiter und auch wilder als ein normaler Zaun.

Mit zwei Benjeshecken hat Heike Best ein Stück Natur auf ihr Grundstück in Ebstorf geholt.

„Das ist ein Lebensraum für viele verschiedene Tiere“, erklärt die 57-Jährige, die das Haus im Lurchweg erst im vorigen Jahr gekauft hat. Igel, Vögel und Insekten, darunter Rotkehlchen, Zaunkönig oder Wildbienen, nutzen gerne die aufgeschichtete Wand aus Baum- und Strauchschnitt. „Aber man muss Geduld haben“, weiß die Buchhalterin, die einmal Landschaftsgestalterin werden wollte. Schon jetzt aber nutzen verschiedene Vögel Hecke und Pfosten gern als Ausguck.

Mit kleinen Blumenwiesen und einigen Wildkräutern, die in den Beeten stehen bleiben dürfen, hat Heike Best angefangen, mehr Natur im Garten zuzulassen. Mit der ersten, etwa 1,50 Meter hohen Benjeshecke auf der Grenze zum Nachbarn, die nebenbei auch einen Sichtschutz abgibt, hat sie ihr Grundstück weiter ökologisch aufgewertet.

Bei Nachbarn und Freunden wird die ungewöhnliche Grundstücksabgrenzung positiv gesehen, und das ist gut so. Denn schnell ging Heike Best das Baumaterial für die Hecke aus. So wurde sie auch von Gartenbesitzern aus der Umgebung mit Baum- und Strauchschnitt beliefert. Auch bei einer Baumfällung sicherte sich die Hobbygärtnerin das dünnere Material. „Da kommt man mit den Nachbarn ins Gespräch.“

Der Aufbau der Benjeshecke ist denkbar einfach. Holzpfosten werden in zwei Reihen in den Boden eingeschlagen – für die Ebstorferin erledigte das der Gärtner –, dann wird der Zwischenraum mit Ästen und Zweigen ausgefüllt. Dickes und dünnes Material wird dabei gemischt und miteinander verzahnt. Fertig ist dieser Zaun aber nie: „Das Material sackt mit der Zeit“, berichtet Heike Best. So entsteht wieder Raum für neu anfallenden Baum- und Strauchschnitt.

Ihren Namen erhielt die Benjeshecke nach dem Landschaftsgärtner Hermann Benjes, der das Prinzip Ende der achtziger Jahre beschrieb. Auch im Uelzener Kreisgebiet wurden daraufhin Benjeshecken in Form langer Wälle aus Gehölzschnitt angelegt, in denen geschützt durch die Zweige Baum- und Strauchsämlinge aufgehen sollten. Die Benjeshecke zwischen Holzpfosten überträgt diese Idee auf die Dimensionen eines Hausgartens. VON GERHARD STERNITZKE

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