Amerikalinie: BI vermisst zu geplantem Ausbau des Schienenwegs gezieltes Handeln der Kommunen

„Unsynn“ bläst zur Offensive

Sie werden nicht nachlassen: Der Kompromiss zum Ausbau der Amerikalinie muss Bestand haben, fordern Stephan Müller, Gerd Franke und Jörg Eggers (von links).
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Sie werden nicht nachlassen: Der Kompromiss zum Ausbau der Amerikalinie muss Bestand haben, fordern Stephan Müller, Gerd Franke und Jörg Eggers (von links).

Soltau/Ebstorf. Nicht nachzulassen, dieses Versprechen geben die Bürgerinitiativen (BI), die jahrelang gegen den Bau der Y-Trasse protestierten, 2015 am Kompromiss zur Hafenhinterlandanbindung beteiligt waren und den nun umgesetzt sehen wollen.

„Alpha E“ heißt der Kompromiss für den Schienengüterverkehr und sieht den Ausbau von Bestandsstrecken vor, darunter auch den der Amerikalinie. Im Heidekreis wird der Kompromiss insbesondere Soltau und Munster treffen, im Landkreis Uelzen ist Ebstorf von dem Projekt tangiert.

Nicht nachlassen – das heißt für die Heidekreis-Bürgerinitiative „Unsynn“ vor allem auch, nicht leiser zu werden. Es gehe trotz Kompromiss und Festschreiben der Alpha-E-Variante im Bundesverkehrswegeplan noch immer um viel, sagen Jörg Eggers, Gerd Franke und Stephan Müller.

Denn der Kompromiss, der im sogenannten Dialogforum Schiene Nord gefunden wurde, ist an neun Bedingungen geknüpft. An teure Bedingungen, deren Finanzierung nicht gesichert ist, wie beispielsweise für erheblichen Lärmschutz und sinnvolle Gestaltung der Bahnübergänge.

„Alles gibt es bisher nur mündlich. Auch die Zugeständnisse im Dialogforum sind nicht verbindlich“, warnt Eggers. Im Vorfeld der Planungen durch die Deutsche Bahn zum Ausbau der Strecke wird es „runde Tische“ in der Region geben, um das Vorhaben zu erörtern, die Öffentlichkeit zu beteiligen. „Bis dahin muss die Zeit genutzt werden, um zu definieren, was wir wollen.“ Sonst, so die Befürchtung der BI, könnte die Region doch noch über eben jenen runden Tisch gezogen werden. Zurzeit lehne sich die Deutsche Bahn zurück und warte ab.

Die Bürgerinitiative fordert die Kommunen auf, tätig zu werden und ihre Ansprüche an den Ausbau festzuschreiben und stärker in die Offensive zu gehen. Die Ebstorfer hatten, wie berichtet, bereits gefordert, an den runden Tischen beteiligt zu werden. „Da müssen die Bürger mitgenommen werden“, sagt Franke. Einige Bürgerinitiativen hatten dazu im April in Munster eine Informationsveranstaltung zum Thema Lärmschutz organisiert.

„Unsynn“ fordert außerdem, dass bis 2018 konkrete Zusagen von Land und Bund für die Finanzierung der zusätzlichen Kosten vorliegen. „Und die Zusagen müssen über die nächste Legislaturperiode gültig bleiben“, so Müller.

Von Anja Trappe

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