Ebstorfer hadern mit campierenden Sperrmüllsammlern

Kot und Urin an Sportplatz und im Wald: Tannenworth – „ein Scheißhaufen“

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Das gefällt den Ebstorfern gar nicht: Das Waldstück am Sportplatz wird als Klo benutzt, auf dem Parkplatz am TuS-Heim campieren die Sperrmüllsammler.

Ebstorf. „Es ist ein leidiges Thema, für das es keine vernünftige Lösung gibt.“ So jedenfalls sieht Hans Peter Hauschild (SPD) die Problematik mit den überwiegend aus Osteuropa kommenden Sperrmüllsammlern, die in diesen Tagen wieder an den Straßen Ebstorfs nach Brauchbarem Ausschau halten. Das eigentliche Problem dabei:

Die Sammler campieren nachts auf dem Parkplatz am TuS-Vereinsheim an der Stadionstraße. Und nicht nur den Anwohnern ist aufgefallen, dass sie dort unschöne Spuren hinterlassen, wie in der Sitzung des Ebstorfer Rates am Montagabend deutlich wird. „Die Tannenworth sieht aus wie ein Scheißhaufen“, findet Stefan Gust-von Loh (CDU) deutliche Worte für den Zustand des Waldstücks, das an den Parkplatz grenzt. Die Übernachtungsgäste benutzen es offensichtlich als Klo. An vielen Stellen liegen Taschentücher und Kothaufen. Auch die Wände des Vereinsheims würden bepinkelt, berichtet der TuS-Vorsitzende und Bürgermeister Heiko Senking (UWG). „Die stinken schon.“ Von peinlichen Begegnungen zwischen zumeist jugendlichen Sportlern und sich erleichternden Müllsammlern will er gar nicht erst reden.

Sehr wohl aber betont der Bürgermeister, dass es sich bei dem Thema um ein zweischneidiges Schwert handele. „Wir alle profitieren, wenn die Sachen von der Straße gesammelt werden, die sonst einfach liegen bleiben würden“, so Senking. Er appelliert an die Bürger, wirklich nur Dinge an die Straße zu stellen, die in den Sperrmüll gehören. Und an den Landkreis Uelzen, sich etwas einfallen zu lassen. Denn der sei schließlich zuständig. Übergangsweise könnte sich Senking ein mobiles Klo auf dem Parkplatz als Notlösung vorstellen.

Stefan Gust-von Loh merkt an, dass man mit einer Allgemeinverfügung zumindest das Übernachten auf dem Parkplatz am Sportlerheim unterbinden könnte. Der Landkreis Lüneburg habe so eine Verfügung, und die erfülle ihren Zweck. So habe der CDU-Ratsherr beobachtet, wie die Sperrmüllsammler in Melbeck in Aktion gewesen, aber zum Übernachten nach Ebstorf weiter gefahren seien.

Hans Peter Hauschild findet das „müßig“. „Wenn man einen Platz sperrt, dann suchen die sich einen anderen“, sagt er und pflichtet Heiko Senking bei: Das eigentliche Problem bestehe nämlich erstens darin, dass Dinge, die nicht in den Sperrmüll gehörten, trotzdem an die Straße gestellt würden – Fernseher, Kühlschränken und derlei mehr. Und zweitens darin, dass die Bürger die Gegenstände, die nicht mitgenommen wurden, einfach liegenlassen. „Es gibt da viele Zuständigkeiten“, bringt es Heiko Senking auf den Punkt.

Von Ines Bräutigam

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