Gemeinnütziger Verein „Kulturbühne Altes Lichtspielhaus“ in Ebstorf gegründet

„Strahlkraft über Region hinaus“

Der Vorstand des neuen Vereins mit der frisch erstellten Satzung (von links): Die beiden Kassenprüfer Heiko Schulte-Südhoff und Holger Hilmer, Kassenführer Christoph Erdt, erster Vorsitzender Norbert Schmedtmann und zweiter Vorsitzender Josef Schüler.
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Der Vorstand des neuen Vereins mit der frisch erstellten Satzung (von links): Die beiden Kassenprüfer Heiko Schulte-Südhoff und Holger Hilmer, Kassenführer Christoph Erdt, erster Vorsitzender Norbert Schmedtmann und zweiter Vorsitzender Josef Schüler.

Bardenhagen/Ebstorf. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, heißt es bei Hermann Hesse. Bei der Vereinsgründung am Freitagabend auf Gut Bardenhagen hauste in ihm auch eine ganze Menge Arbeit:

Fast zwei Stunden lang diskutierten, modifizierten, ergänzten und änderten die 16 Gründungsmitglieder des neuen Ebstorfer Vereins „Kulturbühne Altes Lichtspielhaus“ den vom ehemaligen Vorsitzenden Richter am Oberverwaltungsgericht, Dr. Jürgen Rettberg, ausgearbeiteten Satzungsentwurf, bevor sie ihn schließlich mit großer Mehrheit – bei einer Enthaltung – unterzeichneten.

Dabei war der Name des gemeinnützigen Vereins zur „Förderung von Kunst im soziokulturellen Bereich“ zur Zufriedenheit aller schnell gefunden: Erst eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn kam Ebstorfs Bürgermeister und Beiratsmitglied Heiko Senking auf die zündende Idee, die „Kulturbühne im Dentalpark“ im Praxisgebäude des Zahnarztes und Vereinsvorsitzenden Norbert Schmedtmann umzubenennen. „Es hört sich viel besser an und weist auch auf die Historie des Gebäudes hin“, sagte Senking. Er ist von der erfolgreichen Zukunft des Projekts überzeugt: „Was hier entsteht, wird eine Strahlkraft und Signalwirkung weit über die Region hinaus haben und ein Gewinn für den gesamten Landkreis Uelzen sein.“

Tatsächlich hat das einstige Kino und Theater an der Ebstorfer Weinbergstraße 5a, das einst sogar von Volksschauspielerin Heidi Kabel geadelt wurde, eine wechselvolle Geschichte: 1951 erbaut, wurde es mit dem Siegeszug des Fernsehens in den 70er-Jahren geschlossen und erst 2008 nach gründlicher Sanierung mit neuem kulturellen Leben gefüllt. Kunstausstellungen mit Frauke Thein und Michelle Nze und Konzerte mit Ingo Dannhorn und dem Schauspieler und Moderator Max Schautzer gaben dem heute 140 Besucher fassenden Saal seine ursprüngliche Bestimmung zurück.

Nach weiteren technischen Aufrüstungen in den vergangenen zwei Jahren und der spendenfinanzierten Ausstattung mit einem hochwertigen Flügel will die neugeborene Kulturbühne in diesem Jahr voll durchstarten. Bereits zwölf Konzerte und Veranstaltungen, unter anderem mit jungen Musikern des Dortmunder „Konservatoriums am Phönixsee“, stehen bis Ende 2017 auf dem Programm. „Es ist ziemlich voll geworden, aber wir haben großartige Musiker, Autoren und Partner gefunden, die diesen Kraftakt möglich machen“, ist sich Schmedtmann sicher. Dabei liegt die Nachwuchsförderung dem 65-Jährigen besonders am Herzen: „Künstler leben oft von der Hand in den Mund, deshalb wollen wir sie hier gut und gerecht bezahlen.“

Von Marcus Kieppe

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