Standesämter trauen sich

Eheschließungen sollen künftig in einem gemeinsamen Standesamt der Samtgemeinden Bevensen und Ebstorf sowie der Einheitsgemeinde Bienenbüttel angemeldet werden.

ib/mr Bad Bevensen/Ebstorf/Bienenbüttel. Der Rat der Samtgemeinde Bevensen hat beschlossen, zum 1. Juli dieses Jahres einen gemeinsamen Standesamtsbezirk mit der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf und der Einheitsgemeinde Bienenbüttel zu bilden. „Das bindet uns zwar“, kommentierte Jürgen Hinrichs, Vorsitzender des SPD/WBB/Grünen-Mehrheitsgruppe im Samtgemeinderat, „aber die Richtung der interkommunalen Zusammenarbeit ist richtig. Diese Chance müssen wir nutzen.“

Auf einhellige Zustimmung stieß die Zusammenlegung in der vorigen Woche auch im Ebstorfer Samtgemeinderat. CDU-Fraktionschef Arthur Soetbeer setzt dabei auch auf die Synergieeffekte: „Über jeden Euro würden wir uns freuen.“

Dem SPD-Ratsherren Wilfried Klippe ist wichtig, dass die einzelnen Trauzimmer vor Ort erhalten bleiben. Das sagte Amtsleiter Lothar Jessel ebenso zu wie die Möglichkeit, weiter über das eigene Rathaus Geburtsurkunden und andere Dokumente abrufen zu können. Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Hauschild geht es mehr um Bürgernähe und weniger um Einspareffekte. Das gemeinsame Standesamt wertet er als guten Auftakt, „um die interkommunale Zusammenarbeit weiter zu festigen“.

In Bienenbüttel wurde bisher keine Entscheidung zu diesem Grundsatzbeschluss getroffen. „Die internen Beratungen sind bei uns leider noch nicht abgeschlossen“, sagt Bürgermeister Heinz-Günter Waltje auf Nachfrage der AZ. Heute gebe es noch ein weiteres Gespräch mit den Mitarbeitern der Verwaltung, auch die Politik müsse erst noch über das geplante Standesamt-Konzept beraten, das von den drei Standesbeamten der Gemeinden, Renate Gödecke (Bevensen), Lothar Jessel (Ebstorf) und Jutta Gelszat (Bienenbüttel) erarbeitet wurde. Waltje: „Wir haben es noch nicht in die Politik gegeben.“

Denn seiner Auffassung nach müsse man auch die mögliche Fusion der Samtgemeinden Suderburg und Altes Amt Ebstorf in die Beratungen mit einbeziehen. „Das sollte uns zwar nicht von interkommunaler Zusammenarbeit abhalten“, so Waltje, „aber man muss ja die Dinge, die sich zwischenzeitlich ergeben haben, berücksichtigen.“ Nach den Grundsatzbeschlüssen der Räte soll ein entsprechender öffentlich-rechtlicher Vertrag über die Aufgabenübertragung erarbeitet werden, der wiederum beschlossen werden muss. Die drei Standesbeamten haben sich entschieden, zunächst Bad Bevensen als Standort für ein gemeinsames Standesamt vorzusehen, da Bad Bevensen zum einen die größte beteiligte Verwaltung ist und darüber hinaus über entsprechende Räumlichkeiten verfügt.

Einen möglichen Verlust an Bürgernähe, der durch die Zentralisierung eintreten könnte, sehen die drei Standesbeamten nicht. So gehen sie in ihrem Konzept davon aus, dass im Falle der Anmeldung einer Eheschließung die Fahrt nach Bad Bevensen zumutbar ist. Denn sie gehen davon aus, „dass diese Dienstleistung im Schnitt maximal zweimal im Leben eines jeden Bürgers abgerufen wird.“

Eine wirkliche Kostenreduzierung hat die Zusammenlegung zwar kaum zur Folge. Allerdings werden künftig Fortbildungskosten für mindestens vier Vertreter wegfallen, da sich die Standesbeamten untereinander besser vertreten können. Lothar Jessel soll jetzt die Verhandlungen mit den Nachbarn weiterführen. Und: Für das neue gemeinsame Standesamt muss noch ein Name her.

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