Zwischen Ärger und Verständnis

Sperrung in Jelmstorf: Umleitung durch Ebstorf sorgt für gemischte Gefühle

Wegen der Ortssperrung in Jelmstorf fahren vermehrt Lkw durch den Klosterflecken Ebstorf – für die Anwohner nicht immer leicht zu ertragen.
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Wegen der Ortssperrung in Jelmstorf fahren vermehrt Lkw durch den Klosterflecken Ebstorf – für die Anwohner nicht immer leicht zu ertragen.

Ebstorf – Langsam kommt der Verkehr voran, meterlang staut sich die Kolonne an Fahrzeugen – die Sperrung in Jelmstorf im Zuge der Erneuerung der Ortsdurchfahrt auf der B 4 ist in Ebstorf deutlich spürbar.

Denn der von Norden aus Lüneburg kommende Verkehr wird ab Melbeck über den Klosterflecken umgeleitet – was bei den Anwohnern gemischte Reaktionen hervorruft.

„Es ist eine Herausforderung für den Ort“, sagt Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking auf AZ-Nachfrage. Vor allem die Bahnhofstraße, die durch den Ort führt und nun vermehrt genutzt wird, sei gerade für die großen Lkw eigentlich zu eng. Erschwerend hinzu kämen die drei zusätzlichen Baustellen an der Lüneburger Straße, die den Verkehr zusätzlich behinderten.

Senking kritisiert zudem die Lkw-Fahrer, die sich nicht an die von Uelzen über Dahlenburg führende Umleitung nach Lüneburg halten und stattdessen durch Ebstorf fahren würden. Wahrscheinlich, um Zeit zu sparen, wie Senking vermutet. Das erhöhte Verkehrsaufkommen stößt so auf Kritik. „Es gibt natürlich auch Beschwerden von Bürgern“, berichtet Senking.

Die Seniorin Monika Buhr etwa stört sich nach eigener Aussage sehr am Lärm. Auch die Straße zu überqueren, gestalte sich gerade für Ältere als Herausforderung. „Klar hat man Verständnis“, so die Ebstorferin, „aber man ist schon sehr betroffen.“

Ähnlich äußert sich auch Frau Labusch, die mit ihrer Familie beim Bahnhof und damit unmittelbar am Ortsrand wohnt. Hier sind bereits 100 Stundenkilometer erlaubt, und „dementsprechend schnell fahren auch die Lkw da lang“, beklagt Labusch. Sie wünsche sich eine längere Geschwindigkeitsbegrenzung oder eine Versetzung des Ortsschildes. Dies sei aber nicht möglich, wie sie bereits von der Verwaltung erfahren habe.

Bürgermeister Senking versucht, die Wogen zu glätten. So lobt er beispielsweise den Zeitpunkt der Umleitung, denn durch die Ferien seien weniger Kinder unterwegs, die die Straßen überqueren müssen, um zum Schulbus zu gelangen. Zudem hebt Senking die im Ort eingeführte Tempo-30-Zone und die neuen Zebrastreifen hervor, die während der Zeit der Umleitung für mehr Sicherheit sorgen sollen. Außerdem sei dies die vorletzte größere Umleitung, bis die B 4 dann fertig sei. „Da muss man mal positiv denken“, meint Senking. VON DANIEL BIELING

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